DIESEN FILM HABE ICH FÜR MEINEN PRIVATEN GEBRAUCH AUF DVD ARCHIVIERT.


Ein Jahr nach dem grausamen Mord an seiner kleinen Schwester steht die Ehe von Simons Eltern vor dem Zusammenbruch. Um die Familie zu retten, unterbricht er sein Studium. Doch er muss begreifen, dass es nie mehr so werden wird, wie es einmal war.

Schon als kleiner Junge machte Simon Pläne, um seine Schwester Sarah loszuwerden, die als Nesthäkchen der Familie die Zuneigung und Aufmerksamkeit der Eltern auf sich zog. 14 Jahre später werden seine kindlichen Wunschvorstellungen brutale Realität. Sarah wird auf dem Nachhauseweg von einer Party erdrosselt. Nach dem gewaltsamen Tod des Mädchens droht der Familie ein Jahr später auch noch der Verlust der Mutter. Sie wird mit dem lähmenden Schmerz nicht fertig und versucht kurz vor Sarahs erstem Todestag, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Immer undurchdringlicher wird der Kokon, den sie wie eine schützende Hülle um sich gesponnen hat und immer tiefer versinkt sie im Sumpf des Vergangenen und in der Zeit vor Sarahs Tod. Sie kann nicht mehr in der Gegenwart leben, verhält sich zunehmend rücksichtslos und bringt die bestehende Familie heftig ins Wanken. Ihr Mann hat als engagierter Bewährungshelfer schon vielen Menschen geholfen, doch zu seiner Frau findet er keinen Zugang. Verzweifelt bittet er den Sohn, Simon, sein Medizinstudium ein Semester zu unterbrechen und wieder zu Hause einzuziehen. Simon, der in der Kindheit immer im Schatten der kleinen Schwester stand, fällt es zunächst schwer, seiner Mutter eine Stütze zu sein. Er beobachtet, wie unterschiedlich seine Eltern mit der Trauer umgehen, und muss miterleben, wie der Schmerz die Familie langsam aushöhlt. Es quält ihn, mit anzusehen, wie weit sich seine Eltern in diesem Jahr voneinander entfernt haben. Er sucht nach Wegen, seiner tief in ihren Kummer eingekapselten Mutter den Alltag wieder lebenswert zu machen und sich für den Zusammenhalt seiner zerbrechenden Familie einzusetzen.
"Vom Atmen unter Wasser" ist ein aufwühlendes, feinfühliges Familiendrama über den Umgang mit Trauer und Ohnmacht nach dem Tod eines geliebten Menschen. Regisseur Winfried Oelsner setzt den Akzent auf den Nachklang, den die Ereignisse hinterlassen, und darauf, wie sich die psychische Labilität der Hinterbliebenen auf das Familienleben auswirkt. Die Intensität der fein gezeichneten Figuren und die authentischen Dialoge ergreifen. Ein schwieriges Thema einfühlsam realisiert, ein Film, der nachhallt.Winfried Oelsner interessierte an der Geschichte, "wie Menschen in einer solchen Situation auf sich selbst zurückgeworfen werden, wie sie aneinander vorbeileben, sich Nischen und Fluchtwege suchen. Aus der Einsamkeit, der Trauer entstehen Egoismus, Rücksichtslosigkeit und neue Schuld." Das Drehbuch dieser SWR/arte-Koproduktion, die mit nur geringem Budget realisiert wurde, stammt von Lisa-Marie Dickreiter und war 2006 für den Drehbuchpreis der MFG-Filmförderung Baden-Württemberg nominiert. Schauplatz des Arthouse-Films ist die Stadt Freiburg im Breisgau und deren Umgebung. Oelsners Film gewann den Publikumspreis beim achten FILMZ-Festival in Mainz und beim 35. Internationalen Filmwochenende in Würzburg. Winfried Oelsner, der als Autor und Regisseur in Berlin arbeitet, schloss sein Regie-Studium 2003 an der Filmakademie in Ludwigsburg ab. Sein Werk umfasst die Dokumentarfilme "Ultra - Ein Leben für den Fußball" (2001), "Ray Negro - Der schwarze König" (2004) und "Projekt Gold - Eine deutsche Handball-WM" (2007) sowie drei Spielfilme.Neben "Vom Atmen unter Wasser" sind dies "Vida - Bruchstücke einer Erinnerung" (2002), der 2003 bei den Biberacher Filmfestspielen den Nachwuchsförderpreis erhielt, und "Tsunami" (2005), ein in bereits über 80 Länder verkaufter Quotenerfolg.Schon in der Phase der Buchentwicklung war Andrea Sawatzki für Winfried Oelsner die Idealbesetzung der Anne, da sie "perfekt Ohnmacht und Unberechenbarkeit einer zutiefst traumatisierten Frau verbindet". Dem deutschen Publikum ist die Schauspielerin mit dem markanten Äußeren vor allem als Frankfurter "Tatort"-Kommissarin Charlotte Sänger bekannt geworden. 1997 spielte sie an der Seite von Katja Riemann und Jürgen Vogel in Rainer Kaufmanns "Die Apothekerin". Neben Auftritten in diversen Fernsehserien, wie "Kommissar Rex", "Polizeiruf 110", "Der letzte Zeuge" oder "Arme Millionäre", war sie auch in dem von der Kritik gelobten Fernsehmehrteiler "Die Manns" (2001, Regie: Heinrich Breloer) und als Psychiaterin Dr. Helen Cordes in "Helen, Fred und Ted" (2006, Regie: Sherry Hormann) zu sehen.Neben komischen Rollen verkörpert die fragil anmutende Schauspielerin vorwiegend tragische Figuren in psychischen Grenzsituationen. So beispielsweise die Dr. Jutta Grimm in Oliver Hirschbiegels vielfach ausgezeichnetem Kinofilm "Das Experiment" oder die Witwe Katharina in dem Thriller "Das Schneckenhaus" (2006, Regie: Florian Schwarz). 2005 brachte ihr die "Tatort"-Folge "Herzversagen" eine Nominierung für den deutschen Fernsehpreis und einen Adolf-Grimme-Preis ein. 2007 wurde Sawatzki als beste Schauspielerin für die goldene Kamera nominiert und auf dem Filmfestival von Montreal für ihre Rolle als verzweifelte Mutter in Volker Einrauchs Drama "Der andere Junge" (2007) ausgezeichnet.
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