Das Sams ist kein Tier, kein Kind, kein Kobold, es ist einfach ein Sams. Und es zeichnet sich durch eine besondere Eigenschaft aus. Die vielen schwarzen Punkte rund um seine Schweinchennase sind Wunschpunkte, mit denen sich Papa Taschenbier wünschen kann, was er will. Aber Wünschen muss gelernt sein, und nur sehr genau gewünschte Wünsche machen wirklich Sinn. Also sorgen erst mal einige unüberlegte Wünsche für ziemliche Verwirrung. Aber nicht nur das Wünschen, auch das Sams selbst ist nicht einfach. Es ist nämlich unheimlich frech und stopft gerne die unmöglichsten Dinge in sich hinein: Papierkörbe, Porzellanteller, Rasierpinsel. Sehr zum Leidwesen der Vermieterin Frau Rotkohl, die Herrn Taschenbier sofort mit Kündigung droht.
Trotzdem erweist sich das Sams mit seinen roten Haaren und dem blauen Taucheranzug am Schluss als Papa Taschenbiers Glückskind. Herr Taschenbier wächst über sich selbst hinaus, lässt sich von seinem Chef in der Regenschirmfirma nicht mehr demütigen, sorgt dafür, dass auf dem Markt niemand mehr vordrängelt, sodass für ihn nicht mehr nur die verschrumpelten Möhren bleiben und erobert das Herz von Frau März, der neuen Kollegin -- Letzteres natürlich ganz ohne Wunschpunkte, denn zur Liebe sollte man schließlich niemanden zwingen.
Das Sams wurde in Bamberg gedreht. Bamberg ist die Heimat von Paul Maar, der bereits in den 70er-Jahren die beliebten Sams-Bücher schrieb. Der Erfolg des Films ist zum einen der gelungenen Besetzung mit Ulrich Noethen (Comedian Harmonists) als Herrn Taschenbier und Christine Urspruch als Sams zuzuschreiben und zum anderen der Tatsache, dass Autor Maar sich entschloss, das Filmdrehbuch selbst zu verfassen. Regisseur Ben Verbong und Ulrich Noethen erhielten 2001 den Bayrischen Filmpreis.
Neben dem Hauptfilm (zirka 98 Minuten, in deutscher Sprache, ohne Altersbeschränkung) gibt es eine Menge Extras: gestrichene Szenen mit oder ohne Kommentar, den Sams-Trailer, einen Sams-Musikclip, einen Karaoke-Clip zum Mitsingen, ein Sams-Interview sowie viel Hintergrundwissen zur Entstehung des Films mit kleinen Beiträgen der Darsteller. Beiliegendes Booklet mit Liedtext, Sams-Gedicht und Infos zu verschiedenen Filmtricks können sich Sams-Fans zu einem Poster aufklappen und an die Wand hängen. --Daphne Großmann
Herr Taschenbier, wieder köstlich porträtiert von Ulrich Noethen, und Frau März haben inzwischen geheiratet und einen elfjährigen Sohn namens Martin. Weil der Sohnemann gar so schüchtern ist und in der Schule Probleme hat, ruft Vater Taschenbier zur Unterstützung das Sams herbei. Selbstverständlich bringt der liebenswerte Rotschopf im blauen Taucheranzug mit seinen Wunschpunkten ordentlich Schwung in das Leben von Familie Taschenbier -- aber auch jede Menge Chaos. Als der böse Sportlehrer Daume, kongenial gespielt von Dominique Horwitz, das Sams entführt und für seine machtgierigen Zwecke missbraucht, geht der Spaß erst richtig los.
Christine Urspruch lässt als Sams wieder ihren treffsicheren Charme sprühen und trägt mit den herrlich-abgedrehten Nonsens-Sprüchen einen Großteil zum ausgelassenen Filmvergnügen bei. In weiteren Rollen begeistern mit ihrer Spielfreude Eva Mattes (Frau Rotkohl), Armin Rohde (Herr Mon) und Jasmin Tabatabai als gestrenge Mathelehrerin, die gemeinsam mit Nena auch den Titelsong des Films singt. Der Film ist an Maars gleichnamiges Buch angelehnt und geizt nicht mit aufwändigen visuellen Einfällen, um die populären Sams-Geschichten lebendig werden zu lassen. Insbesondere die haarsträubenden Nebenwirkungen bei unrechtmäßigen Wünschen sorgen für jede Menge Spaß und Heiterkeit. Maars Heimatstadt Bamberg gibt wie in den Büchern die ideale Kulisse für die fantastischen Abenteuer ab. Empfohlen ab sechs Jahren.
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