Danzig, 1924. In der Familie Matzerath kommt ein Kind zur Welt. Vom Augenblick seiner Geburt an ist der kleine Oskar ein überaus frühreifes, hellhöriges Bürschchen. Schon in den Armen seiner Mutter beginnt der Säugling seine Umwelt mit großer Skepsis zu betrachten. Zu seinem dritten Geburtstag bekommt Oskar eine Blechtrommel geschenkt. An diesem Tag beschließt er aus einer grundsätzlichen Verweigerungshaltung heraus, sein Wachstum einzustellen, indem er die Kellertreppe hinunterstürzt. Geistig und männlich entwickelt er sich sehr wohl weiter, doch seine körperliche Erscheinung schafft von diesem Tag an automatisch eine gewisse Distanz zwischen Oskar und der Welt der „Erwachsenen“. Auf seiner hämmernden Blechtrommel und mit seiner Fähigkeit, Glas zu zersingen, artikuliert er seinen Protest gegen die verlogene, intrigante Welt der Erwachsenen, die sich ihm einerseits im Terror der Nazis, andererseits in diversen Sex-Affären seiner Familienmitglieder offenbart. 1945, nach Kriegsende beschließt Oskar, dass er wieder wachsen will.
Im Oktober des Jahres 1899 sitzt Anna Bronski am Rand eines Kartoffelackers. Unter ihrem Rock versteckt sie den Brandstifter Joseph Koljaiczek vor den Feldgendarmen, die ihn verfolgen. Neun Monate später bringt sie eine Tochter zur Welt, die sie Agnes tauft. Später verliebt sich Agnes in ihren Cousin Jan Bronski, um schließlich Alfred Matzerath zu heiraten, ohne ihr Verhältnis mit Bronski zu beenden. Im September 1927 bekommt ihr Sohn Oskar zu seinem dritten Geburtstag eine Blechtrommel geschenkt. Er beschließt, nicht mehr wachsen zu wollen und besiegelt dies durch einen Sturz in den Keller. Er verbringt vier Wochen im Krankenhaus und trommelt während dieser Zeit fortwährend auf seiner Blechtrommel. Die Versuche der verzweifelten Eltern, ihm die Trommel zu entnehmen, beantwortet Oskar mit lautem Schreien, das Glas zerbersten lässt.
Von anderen Kindern hält sich Oskar fern. Als einige Nachbarskinder im Hinterhof eine Suppe kochen, steht er abseits und wird gezwungen, ein paar Löffel des Gebräus zu trinken. Jeden Donnerstag macht Agnes Matzerath Einkäufe in der Stadt und trifft sich dabei stets mit Bronski in einer Pension. Oskar wird währenddessen beim Spielwarenhändler Sigismund Markus abgegeben, bei dem er regelmäßig eine neue Trommel bekommt. Oskar macht seinem Unmut Luft und steigt auf den Stockturm, von wo aus er die Fenster des Stadttheaters bersten lässt. Markus bittet Agnes, mit ihm nach London zu gehen, doch diese geht darauf nicht ein. Bei einem Zirkusbesuch im Jahr 1934 freundet sich der 10 Jahre alte und noch immer 94 Zentimeter große Oskar mit dem 43 Jahre älteren Liliputaner Bebra an.
Als Oskars Vater Alfred in die NSDAP eintritt, versteckt sich Oskar bei einer Massenveranstaltung unter dem Rednerpult. Er beginnt einen Walzertakt zu trommeln, auf den schließlich auch die Musikkapelle einstimmt, woraufhin das Volk zu tanzen beginnt. Am Karfreitag 1934 fahren Alfred, Agnes, Bronski und Oskar mit der Straßenbahn nach Brösen. Dort beobachten sie, wie ein Stauer einen Pferdekopf aus dem Wasser zieht, in dem sich einige Aale gesammelt haben. Alfred kauft ein Bündel und bereitet zu Hause Aalsuppe vor. Beim Anblick des Gerichts läuft Agnes ins Schlafzimmer und wirft sich schluchzend auf das Ehebett. Zwei Wochen später beginnt Agnes, jedweden Fisch zu verschlingen. Sie wird mit einer Fischvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert und stirbt vier Tage später. Wie sich herausstellt, war sie im dritten Monat schwanger.
Als Oskar erneut auf Bebra trifft, der inzwischen mit seiner Artistentruppe im Dienst des Reichspropagandaministeriums steht, stellt dieser ihm seine ebenfalls kleinwüchsige Begleiterin Roswitha Raguna vor. Er lädt Oskar ein, mit ihnen zu ziehen, doch Oskar zieht es vor, in Danzig zu bleiben. Im November 1938 verwüsten SA-Männer das Spielzeugwarengeschäft von Sigismund Markus. Markus sitzt tot an seinem Schreibtisch. Oskar kann nunmehr schwer einen Ersatz für seine demolierte Trommel bekommen und fährt mit Bronski mit der Straßenbahn zu Kobyella. Der Hausmeister der Polnischen Post könnte die Trommel reparieren, doch als Bronski und Oskar das Gebäude betreten, wird Bronski zur Verteidigung des Postamts eingezogen. Oskar findet eine neue Blechtrommel, die auf dem obersten Brett eines Regales liegt. Als Kobyella ihn daran hindern will, die Blechtrommel zu kriegen, wird er von Granatsplittern getroffen. Durch die Erschütterung fällt die Trommel in Oskars Arme.
Das Gebäude ist eingenommen und Oskar wird in die Städtischen Krankenanstalten gebracht, wo ihn Alfred später abholt. Bronski und 31 weitere Männer werden erschossen. Weil Oskar die Kundschaft in Alfreds Kolonialwarenladen nicht bedienen kann, stellt Alfred die Nachbarstochter Maria Truczinski ein. Sie fährt mit Oskar im Sommer 1940 mehrere Male zum Baden an die Ostsee. In der Umkleidekabine schüttet Maria etwas Brausepulver in ihre Hand und vermischt es mit Oskars Speichel. Anschließend leckt sie die aufschäumende Mischung auf. Da Alfred regelmäßig zum Skatspielen geht, nimmt Maria Oskar ab und an mit nach Hause. Die beiden schlafen im selben Bett und wiederholen den Vorgang mit dem Brausepulver.
Als Maria schwanger wird, hält Oskar sich für den Vater. Selbst als er seinen Vater mit Maria in flagranti überrascht, ist er sich seiner sicher. Alfred heiratet Maria, die im Jahr 1941 ihren Sohn Kurt zur Welt bringt. Wieder trifft Oskar auf Bebra. Als Roswitha ihm gesteht, sie habe stets an ihn denken müssen, ist Oskar gerührt. Dieses Mal schließt er sich den beiden an und fährt mit dem Zirkus nach Metz. Sie reisen zu Auftritten an den Atlantikwall, wo Roswitha von einer alliierten Schiffsgranate getroffen wird und stirbt. In Berlin trennt sich Oskar von Bebra und reist zurück nach Danzig. Dort bereitet man sich auf die Ankunft der Russen vor.
Als es soweit ist, wird Lina Greff, die Witwe des Gemüsehändlers, der Reihe nach von drei Russen vergewaltigt. Ein anderer Soldat nimmt Oskar auf den Schoß. Dieser entdeckt am Kragen des Russen Läuse und gibt das ergatterte Parteiabzeichen seinem Vater zurück, um beide Hände freizuhaben. Alfred reagiert panisch und versucht das Abzeichen zu verschlucken. Die offene Sicherheitsnadel bleibt ihm im Hals stecken. Als er anfängt herumzufuchteln, wird er von den Russen erschossen. Am Begräbnis seines Vaters beschließt der 21-jährige Oskar, wieder zu wachsen und wirft seine Trommel in das offene Grab. In diesem Moment wird er von seinem Sohn oder Halbbruder Kurt am Hinterkopf von einem Stein getroffen und stürzt selbst in das Grab.
Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein deutscher Film mit dem Oscar für den Besten Ausländischen Film ausgezeichnet wird. Volker Schlöndorffs sehr romangetreue Adaption der Geschichte von Günther Grass ist dies gelungen. Und das zu Recht. Der Film ist eine stimmige, sehr interessante Geschichte eines Jungen, der nicht wachsen will. So surreal das klingt, so ist es auch (bisweilen) umgesetzt. Fazit: Ein großer Film!
Betrachtet man sich die neue DVD-Edition dieses Films, so wirkt es, als wären nicht allzu viele Veränderungen vorgenommen worden. Teils hat man auch den Verdacht, dass man im Grunde einfach dasselbe Master noch einmal benutzt hat. Und da die alte DVD doch schon recht hochwertig war, macht das auch keinerlei Probleme. In unserem damaligen Review hoben wir die detailfreudigen Schärfewerten, die etwa die Struktur des Hintergrundstoffes in der Titelsequenz sehr eindringlich abbilden, heraus. Und auch nun gilt diese Darstellung nach wie vor als exzellent. Der Kontrast ist sehr schön tariert und hat weder mit dem Schwarzwert, noch mit hellen Flächen Probleme. Allenfalls kann man heutzutage die Kompression ein klein wenig anders bewerten, fällt doch ein eigenartiges Gittermuster auf (01:25:50). Dennoch, das Bild ist hochwertig. Selbiges gilt auch für den DD 5.1-Ton, bei dem man freilich kein Soundspektakel, wohl aber einen ordentlichen Upmix erwarten darf. Wie im damaligen Review schon geschrieben, gibt es hier einen satten Hauch Tiefe verabreicht, der sich besonders in den Actionmomenten (01.23.45, Explosion) zeigt, die mit solider Rearunterstützung und hübschem Bassvolumen aufwarten. Wo die neue DVD-Edition der alten haushoch überlegen ist, das ist natürlich das Bonusmaterial. Der Bonus der alten Auflage, so der Audiokommentar des Regisseurs oder seine Erinnerungen in einer 20-minütigen Featurette, sind auch hier enthalten. Auf einer eigenen Disk erhält man aber noch eine Handvoll nicht uninteressante geschnittene Szenen, ein paar Textinterviews und andere Kleinigkeiten. Hauptbestandteil des Bonusmaterials ist jedoch die fast anderthalb Stunden laufende Dokumentation über Günther Grass, die bei dieser DVD-Edition das Tüpfelchen auf dem I ist.
SCHAUSPIELER:
Komentare:
01. Nee, was sind die Erwachsenen für ein widerliches Pack, denkt sich
Klein-Oskar und beschließt mit drei Jahren, das Wachstum einzustellen.
Diese auch heute immer noch faszinierende Grundidee wurde dank
Günter Grass zu einem Klassiker der Literatur und dank Volker
Schlöndorff zu einem Meilenstein unter den Literaturverfilmungen, nicht
zuletzt dank des kleinwüchsigen David Bennent in der Rolle seines
Lebens.
Zum 80. Geburtstag von Herrn Grass erschien eine umfangreiche Deluxe
Edition zu dem Film, der über 20 Jahre lang der einzige deutsche
Spielfilm war, der den Oscar als bester Auslandsfilm einstreichen
durfte.
Der Regiekommentar ist sehr angenehm zu hören, da Volker Schlöndorff
eine überaus wohlklingende Stimme hat, und wenn alle Gegner dieses
Films die Kommentierung hören könnten, würde den meisten doch klar
werden, warum der Film Kunst ist und kein Dreck.
Weitere Specials:
Interview mit Eberhard Junkersdorf (Produzent)
Dokumentation "Erinnerungen von Volker Schlöndorff" (alles Wissenswerte über die Skandal-Szene in der Umkleidekabine)
Dokumentation "Der Unbequeme - Der Dichter Günter Grass"
Auszüge aus dem Drehbuch
geschnittene Szenen
Georg Seeßlen: Die Bechtrommel (100 Seiten)
Fotogalerie
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02. ein großartiger film aus der erzählperspektive von oskar, der im alter
von 3 beschließt nicht mehr zu wachsen. seine stimme und sichtweise
begleitet uns durch den 2.weltkrieg. der film basiert auf der
weltberühmten romanvorlage von günther grass (wäre interessant jetzt
nachzulesen) für das erscheinungsjahr ist der film überraschend
skandalös und frech im umgang mit der sexualität. es werden auch sehr
viele grausige, ekelerregende szenen gezeigt (aalfang im
pferdekadaver...) die stimmungen und bilder des film sind meiner meinung
nach unglaublich humorvoll und witzig obwohl grausam und tragisch.
viele handlungen erscheinen skurill und nicht nachvollziehbar. doch ich
denke gerade das macht den großen reiz dieses filmes aus!
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03. Wer das Buch begeistert gelesen hat, sollte sich auf keinen Fall den
Film anschauen, denn der hört auf wenn das Buch gerade in der Mitte
ist.Völlig unverständlich und unbefriedigend.
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04. Viele, die diesen Film sehen, tun ihm unrecht, schalten zum Beispiel nach
der Hälfte gelangweilt oder angewidert ab und sagen, er sei überbewertet.
So einfach kann man es sich aber nicht machen. Nicht umsonst war
dieser Film viele Jahre lang der einzige deutsche Film, der im Ausland
den Oscar als bester Auslandsfilm bekommen hat. Und auch wenn einem die
ungewöhnliche Geschichte unbehaglich ist, lässt sich die künstlerische
Qualität nicht wegleugnen.
Auch wenn die pöbelhaften, ungebildeten Figuren den intellektuellen
Betrachter mit Abscheu erfüllen - wie sonst ergäbe der Film Sinn ?
Schließlich ist es die Unzulänglichkeit der Erwachsenenwelt, die hier im
Mittelpunkt steht und weswegen der (hervorragend von David Bennent
verkörperte) Oskar Matzerath beschließt, nicht dazugehören zu wollen und
dagegen trommelnd zu protestieren.
Ohne das Buch gelesen zu haben, erlaube ich mir von einer
bemerkenswerten Verfilmung zu reden, die ein Fest für Geist und Auge ist
und an Feiertagen (an denen man genug Zeit hat) immer wieder mal in den
DVD-Spieler geschoben werden sollte.
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05. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber dieses Machwerk 2 Mal gesehen, um
meinen ersten Eindruck zu überprüfen. Und auch heute, wenn ich beim
zappen den Film hier und da mal wieder ausschnittsweise im Fernsehen zu
sehen bekomme, überkommt mich ein phänomenaler Würgereiz.
Um nicht falsch verstanden zu werden, ich finde nicht, dass wir es
hier mit einem schlechten Film zu tun haben, dennoch HASSE ich ihn aus
vollem Herzen.
Dieses Machwerk ist so psychopatisch und pervers, dass ich dafür stimmen würde ihn mit dem Prädikat FSK18 zu versehen.
Dabei ist das meiner Ansicht nach genau das, was der Film erreichen
sollte. In konsequenter Überzeichnung zeigt er den wahren Wahnsinn, den
das Nazi-Regime darstellte. Niemand sollte erwarten hier eine
Dokumentation über die typische deutsche Familie währdend der Zeit des
Nationalsozialismus zu sehen zu bekommen.
Stattdessen ist es eine grausame surreale Inszenierung. Ein Einblick
in eine monströse Psyche, wie sie wohl auch den großen Figuren der
Nazis zu eigen gewesen sein muß.
Alles in allem Rate ich jedoch zur Vorsicht bei der Beurteilung
dieses Films. Der Film ist eine fesselnde Überzeichnung, jedoch so
dermaßen hoch, das das Gefühl aufkommen könnte er spiele nicht auf
dieser Welt.
Hierdurch besteht die Gefahr, dass die dargestellte Monstrosität
dazu verleitet das Nazi-Regime zu relativieren. Niemand kann sich
wirklich vorstellen, dass es SO war. Und sicher war es das auch nicht,
wenn man akzeptiert, dass es sich hierbei um eine Übersteigerung
handelt. Übersteigerungen indes können zum einen Zusammenhänge stark
verdeutlichen, oder aber eben Kopfschütteln und Abscheu hervorrufen.
Ich selbst sehe mich hier irgendwo bei der Mitte hin- und hergerissen.
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06. Dieser Satz, wird wohl vielen, die das Buch gelesen haben noch bekannt
vorkommen, und vielleicht auch einigen die forsch dem Film gelauscht
haben.
Ich selbst kann einigen Vorrednern widersprechen.
Es ist egal, ob vorher Film, oder vorher Buch.
Egal welches Medium man sich zuerst zu Gute geführt hat, sollte man auf das andere neutral zugehen.
Ich persönlich habe den Film zuerst gesehen, eine Meisterleistung
von Grass und vorallem Schlöndorff der den Film besser ungesetzt hat,
als es irgendjemand anders auf dieser Welt hätte machen können.
Die Darsteller überzeugen zu 100% und die Sprache ist sehr gut gewählt, so, dass es möglich nahe an das Buch herankommt.
Nun gut, zum Film wollte ich nicht viel sagen, da das Meiste ja schon von Vorrednern gesagt wurde.
Mir geht es hier mehr um das "was zuerst?".
Also wie gesagt ich war vom Film beeindruckt und entschied mich wenige Tage darauf das Buch zu lesen.
Ich las einige Kritiken auf Amazon, wieder vollkommen falsche und
flache Einschätzungen der Reszententen. Einige fanden das Buch zu
schwer, sprachlich zu anspruchsvoll !?
Ich denke jeder der 4 Jahre die Schule besucht hat, versteht das Buch und kann dem Inhalt folgen.
Also ich las so einige negative Rezenssionen und irgendwie verging
mir auch schon der Appetit, nachdem mir der Film sogut gefallen hatte,
dachte ich, es kann nach diesen Reviews nur enttäuschend sein. Ich
versuchte trotzdem neutral an das Buch heranzugehen, jedoch muss ich
zugegeben, ich hatte echte Angst, das Buch könnte mir nicht gefallen.
ABER -->
So ist es nicht, das Buch ist flott und interessant, machmal auch
traurig komisch und überzeugt (fast noch mehr) als der Film. Soviele
Details im Film über die man richtig lachen oder aber auch weinen kann,
kommen erst nach dem Lesen des Buches zum Vorschein, ich habe den Film
nun mindestens neun mal gesehen und immer wieder identifiziere ich
einige Passagen des Films mit denen des Buches, stelle Vergleiche auf,
einfach köstlich.
Also was ich damit sagen will, es ist egal, was man zuerst sieht, Buch oder Film.
Sieht man den Film zuerst und man findet gefallen, wird einem auch
das Buch gefallen, jedenfalls muss man sich danch nocheinmal den Film
anschauen, um wirklich alle Zusammenhänge richtig verstehen zu können.
Dem Trompeter oder dem Gemüseändler von nebenan, wird im Buch keine
besondere Rolle zugeteilt, im Buch füllt das Leben dieser aber Seiten,
Seiten, die man nicht missen möchte.
Nun aber zum anderen Fall, liest man das Buch und findet gefallen,
wird auch der Film gefallen. Es ist genau, wie man es sich vorgestellt
hat, die Schauplätze sehr detailgetreu nachgebaut (Persil) die
Schauspieler authentisch, einfach alles passt.
Also abschliessend kann gesagt werden, gefällt das eine Medium, gefällt auch das andere, egal, welches man zuerst konsumiert.
Gefällt einem das eine nicht, oder ist es zu anspruchsvoll, wird es sich so auch andersrum verhalten.
Ich hoffe ihr habt mein Gedankenwirrwarr entschlüsseln können.
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07. Wer Günter Grass doch recht umfangreichen (und anspruchsvollen) Schmöker
nicht lesen möchte, ist mit dieser äußerst gelungenen Verfilmung
wirklich gut bedient!
(Schande über mich - auch ich kenne das Buch nur auszugsweise!)
Die Besetzung ist absolut geglückt.
Der erst 12jährige "Gnomen-Darsteller" bietet die vielleicht größte Kinder-Schauspieldarbietung aller Zeiten.
Auch die anderen Akteure wissen zu überzeugen.
Höhepunkte hat die Geschichte, filmisch gesehen, zu genüge.
Zum Beispiel bringt Oskar (der "Gnom") die Militärkapelle mit seiner
Blechtrommel aus dem Takt - bis schließlich aus einem militärischen
Marsch, Josef Strauß "An der schönen blauen Donau" wird. Alle schunkeln
mit erhobenem rechten Arm im Takt mit!
Oder: Wie Oskars Vater sein Nazi-Brustemblem loszuwerden versucht,
als die Russen sie aufspüren. Doch Oskar (in den Armen des Vaters)
steckt es ihm immer wieder aufs Neue an - schließlich bohrt er es in des
Vaters Hand! (In weiterer Folge können ihn sie sowjetischen Soldaten
identifizieren und erschießen ihn...)
Vielleicht wäre Grass Bekenntnis zu seiner Nazi-Vergangenheit ein
weit weniger aufregendes Ereignis gewesen, wenn sich so mancher "Die
Blechtrommel" genauer zu Gemüte geführt hätte.
Der aufmerksame Zuseher (und wohl auch Leser) wird bestimmt einige
Vergangenheitsbewältigungselemente in diesem Film wiederfinden!
"Die Blechtrommel" ist für mich zweifelsohne einer der Top-5 der deutschsprachigen Filme des 20. Jahrhunderts.
HERVORRAGEND!
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08. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg: der kleine Oscar hat die Erwachsenen
satt und stürzt sich die Kellertreppe hinunter. Von nun an wird er nicht
mehr wachsen und sieht die Welt mit anderen Augen.
- den ganzen Film über von einer Frau erzählt.
Wenn der schweigsame Oscar schreit platzen die Fenster und Gläser.
Solche und andere urkomische Situationen machen die Blechtrommel zu
einer wunderbareb Literaturverfilmung, die den Auslandsoscar bekam. Ein
Film, der zum Hineinversetzen einlädt und dabei den Alltag des Krieges
schildert. Und Oscar immer in Begleitung seiner Blechtrommel...wer das
Buch gelesen hat, wird auch den Film lieben!
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09. Ehrlich gesagt habe ich mir "Die Blechtrommel" angesehen, weil der Film
und das litararische Werk angeblich einen hohen Stellenwert in der
deutschen Bevölkerung darstellt.
Meine Vorstellung war, dass dieser Film zur Allgemeinbildung gehören müsse, da er in aller Munde ist.
Bereits am Anfang der Handlung war mir nicht klar, was diese, wie
hier auch in den Kommentaren benannt, pornographischen Szenen, in dieser
"Geschichte" zu suchen haben. Vom Anfang bis zum Ende war es mir fast
unangenehm dieses Werk zu sehen und es ist mir unbegreiflich, wie
Günther Grass damit einen so großen Erfolg haben konnte. Wie alt mag
"Oskar" bei dem Filmdreh wohl gewesen sein? Vielleicht 14 oder 16 Jahre
alt? Ich als junger Mensch, bin sicher nicht verbohrt, aber ich finde
einfach, dass die Figur "Oskar" zwar nicht wachsen will und sich somit
entschließt in einer kindlich naiven Wirklichkeit zu leben um der
Spießigkeit der Erwachsenen zu entfliehen, letztendlich dann aber doch
die Perversität der hier dargestellten Erwachsenen und seinen eigenen
Egoismus in den Vordergrund stellt. Für mich ist "Oskar" die
Diktatorfigur, der man es Recht machen soll. Aber nicht die Figur die
bewusst gegen die Nazis trommelt.
Dass er dabei, als der einzig "Normale" in der Zeit des
Nationalsozialismus dargestellt werden soll, habe ich für mich nicht
erkennen können. Die Grauen dieser Zeit rücken nicht in den Vordergrund,
sondern eher ein "schwachsinniges" Volk, das der Sünderei und den Nazis
verfällt. "Oskas" trommeln ist für mich einfach ein psychischer
Ausbruch, da er die absurden Handlungen der Erwachsenen nicht
verarbeiten kann und damit selber zu einem "armen Irren" dieser Zeit
wird.
Selbst bei mir hat dieser Film Spätfolgen hinterlässen. Ich werde
nie wieder einen Aal essen und ich habe erfahren, dass es nach diesem
Film vielen genauso ging.
Zur Aufklärung dient dieser Film vielleicht in sexueller Hinsicht
(ab 16), jedoch sollte er nicht verwendet werden, um der heutigen Jugend
einen Einblick dieser schrecklichen Zeit zu vermitteln.
Die Szene in der "Oskar" die Nazi-Versammlung zum Tanzen bringt,
stellt für mich den einzigen Höhepunkt dar. Jedoch wirkt es dann doch so
lächerlich, dass es mich wütend macht, denn der Wille des deutschen
Volkes war unumstößlich.
Das ein "Oskar" alle aus dem Konzept bringt ist völlig absurt, wie der ganze Film.
Ich habe jetzt leider kein Interesse mehr daran, das dazugehörige Buch zu lesen.
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10. die kindheit ist in dem film meiner nach viel zu lang, finds schade,
dass der "widerstand" gegen die nazis nicht erwähnt worden ist, bevor
die russen kamen, was eigentlich ein wesentlicher Teil des Buches ist.
Außerdem kommt oskar einem lächerlich vor, was in dem buch ganz anders
ist, sinn des buches ist es ja die erwachsenenwelt lächerlich dastehen
zu lassen. wer das buch gelesen hat sollte die finger von dem film
lassen
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11. Ich habe das Buch gelesen , BEVOR ich den Film gesehen habe und ich
würde dies auch allen anderen empfehlen , bevor sie den Film kritsieren.
Denn es geht völlig ins Leere , dem Film vorzuwerfen , das die Figur
Oskar nervig und penetrant sei!! Gerade darum geht es nämlich im Buch
und somit auch im Film : Um einen nervigen , neunmalklugen , Glas
zersingenden und anarchischen Quälgeist !!
Was die "Pornoszenen"
betrifft : Auch die hat sich nicht der Filmemacher ausgedacht ! Die
stehen alle im Buch, sogar mehr als im Film !
Der Film soll "krank
und verrückt" sein ? JA ! Genauso wie das Buch ! Oder ist es normal ,
dass ein Kind absichtlich das Wachsen einstellt und Glas zersingen kann ?
Wer das Buch liest , wird gleich aufgeklärt. Im ersten Kapitel ( Zeit 50'er-Jahre ) sitzt Oskar in der Nervenanstalt (Klapse).
Für
mich ist die Verfilmung der Blechtrommel sehr gelungen aber nur in
Verbindung mit dem Buch wirklich sinnvoll. Dies gilt im übrigen für
jeden halbwegs anspruchsvollen Film.
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12. Ich habe das Buch gelesen , BEVOR ich den Film gesehen habe und ich
würde dies auch allen anderen empfehlen , bevor sie den Film kritsieren.
Denn es geht völlig ins Leere , dem Film vorzuwerfen , das die Figur
Oskar nervig und penetrant sei!! Gerade darum geht es nämlich im Buch
und somit auch im Film : Um einen nervigen , neunmalklugen , Glas
zersingenden und anarchischen Quälgeist !!
Was die "Pornoszenen"
betrifft : Auch die hat sich nicht der Filmemacher ausgedacht ! Die
stehen alle im Buch, sogar mehr als im Film !
Der Film soll "krank
und verrückt" sein ? JA ! Genauso wie das Buch ! Oder ist es normal ,
dass ein Kind absichtlich das Wachsen einstellt und Glas zersingen kann ?
Wer das Buch liest , wird gleich aufgeklärt. Im ersten Kapitel ( Zeit 50'er-Jahre ) sitzt Oskar in der Nervenanstalt (Klapse).
Für
mich ist die Verfilmung der Blechtrommel sehr gelungen aber nur in
Verbindung mit dem Buch wirklich sinnvoll. Dies gilt im übrigen für
jeden halbwegs anspruchsvollen Film.
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13. Dass sich Grass' "Blechtrommel" verfilmen ließe, hätte ich durchaus
bezweifelt, bevor ich den Film sah -- die Romanhandlung ist dermaßen
vielschichtig und perspektivisch gebrochen, dazu die unendlich vielen
Nebenhandlungen und -motive... und dann noch die Schwierigkeit, den
geeigneten Hauptdarsteller zu finden.
Schlöndorff hat nun die
Romanhandlung "auf Linie" gebracht; wie man hört, unter tatkräftiger
Mitarbeit von Günter Grass. Das Ergebnis ist frappierend. Viele
Nebenhandlungen werden nur angedeutet, und im Gegensatz zum Roman endet
der Film mit der Flucht aus Danzig. Eine kluge Entscheidung, finde
zumindest ich, denn nicht nur hat mich der Romanteil, der im
Nachkriegsdeutschland spielte, weniger überzeugt -- durch die
Beschränkung aufs Wesentliche wird der Film zu einem in sich ruhenden
Ganzen.
Es geht um die Geschichte des kleinen Oskar Mazerath (David
Bennent), 1924 in Danzig geboren. -- Das heißt, die Geschichte selbst
beginnt viel früher, mit seiner Großmutter Anna Bronski (Bertha Drews)
und der Zeugung seiner Mutter Agnes (Angela Winkler) -- oder noch
früher, wer weiß. Die Anfänge sind in archaischen Bildern festgehalten.
Agnes
wird sich zeit ihres Lebens nicht zwischen zwei Männern entscheiden
können: ihrem bodenständigen, "vernünftigen" und etwas lächerlichen
Ehemann Alfred Mazerath (Mario Adorf) und ihrem schönen, charmanten und
sensiblen Vetter Jan Bronski (Daniel Olbrychski); schon die Vaterschaft
des kleinen Oskar wird nie geklärt werden. An seinem dritten Geburtstag
beschließt Oskar, nicht mehr zu wachsen, und tarnt diesen Entschluss
durch einen Sturz von der Treppe; damit ist den logischen Bedürfnissen
der Erwachsenen Genüge getan. An jenem Geburtstag bekommt er, wie bei
seiner Geburt prophezeit, seine erste Blechtrommel, die ihn fortan
begleiten wird. Außerdem stellt sich bald heraus, dass er über eine
besondere Gabe verfügt: Er kann Glas zerschreien, und diese Fähigkeit
wird er immer wieder als Waffe, aber auch gelegentlich zu
Liebeserklärungen und zur Unterhaltung einsetzen.
Oskar wächst also
im Danzig der 1920er und 1930er Jahre auf, man erlebt mit ihm das
Aufkommen des Nationalsozialismus im unabhängigen Stadtstaat,
schließlich den allseits bejubelten "Anschluss" ans Deutsche Reich und
den Kampf um die Polnische Post in Danzig, den Zweiten Weltkrieg, den
Einmarsch der Roten Armee und die Flucht. Oskar nimmt an der Geschichte
teil, mal verweigernd, mal kommentierend, aber auch aktiv, als Mitglied
von "Bebras Fronttheater" zur Unterhaltung der Wehrmacht.
In die
Geschichte integriert ist die Familiengeschichte der Mazeraths und der
Bronskis, das lächerliche "Deutschtum" von Vater Mazerath ebenso wie Jan
Bronskis Option für Polen (die Bronskis sind Kaschuben, und die sind,
wie am Ende die Großmutter bemerkt, "nicht richtig deitsch und nicht
polnisch genug").
Und außerhalb der großen Geschichte bestimmt Oskar
die Geschicke der Familienmitglieder -- er "trommelt seine arme Mama ins
Grab", führt seinen Onkel und mutmaßlichen Vater Jan Bronski in den
Tod, indem er ihn an dem Tag in die Polnische Post zerrt, als die
Wehrmacht in Danzig einmarschiert, schwängert womöglich Maria (Katharina
Thalbach), die 16jährige Geliebte seines Vaters (auch bei diesem Kind,
Kurtchen, kann man den Vater nicht bestimmen), zwingt beim Einmarsch der
Russen seinen Vater dazu, sein Parteiabzeichen zu verschlucken -- mit
tödlichem Ausgang. Oskar, nun 21 Jahre alt und Waise, beschließt, wieder
zu wachsen.
Am Ende verlässt Maria mit Kurtchen und Oskar die Stadt, zurück bleibt die archaisch-unerschütterliche Großmutter.
Der
Film zeigt diese Geschichte(n) in mehr oder weniger locker verbundenen
Szenen, die Kamera nimmt oft ungewöhnliche Perspektiven ein, verweilt
immer wieder auf scheinbar Nebensächlichem, und führt so zu
unvergesslichen Bildern: Etwa wenn Oskar bei einer Parteikundgebung den
Badenweiler Marsch in den Donauwalzer umpolt, oder in der berühmten
Szene mit den Aalen (empfindsamen Gemütern sei's gesagt: Im Buch ist das
noch viel ekliger), bei der Verteidigung der Polnischen Post und Jan
Bronskis letztem Skatspiel, und vielen weiteren. Der Film lebt von
solchen Szenen, und dabei bleibt stets der Zusammenhang erhalten; die
effektvollen Bilder sind niemals Selbstzweck.
Und diese Einzelszenen
wiederum leben von der Klasse der Schauspieler -- allen voran natürlich
der selbst kleinwüchsige David Bennent, dessen Oskar weniger boshaft und
dafür anrührender als die literarische Vorlage wirkt, aber auch die
anderen: Angela Winklers Darstellung der Agnes überzeugt von der ersten
Szene an und gipfelt darin, wie sie sich verzweifelt mit Fischen
vollstopft. Ebenso phantastisch sind Daniel Olbrychski als
unwiderstehlicher Jan Bronski oder Charles Aznavour als Spielzeughändler
Sigismund Markus oder Katharina Thalbach als Maria -- und alle anderen
auch. In der "Blechtrommel" sind selbst die kleinsten Nebenrollen
perfekt besetzt.
Aber was einem erst nach mehrmaligem Sehen auffällt:
Die wahre Hauptperson, die alles zusammenhält auf allen Ebenen, ist die
kaschubische Großmutter. Wann immer sie in Erscheinung tritt,
beherrscht und bestimmt sie alles, ohne direkt eingreifen zu müssen. Es
liegt an der unglaublichen Präsenz Bertha Drews', dass dieser Film das
ist, was er ist: Ein Meisterwerk!
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14. Dieser Streifen ist ein Meisterwerk.
Er regt zum Nachdenken an, ein
kleiner Junge der sich aus Protest gegen die Schwachsinnigkeit des
Nazi-Regimes weigert zu wachsen.
Die bizarren Einfälle, Geschmacklosigkeiten und die betrückente Atmosphäre sind alle sehr gelungen.
Wer allerdings keine Lust auf einen Film bei dem man mitdenken muss und der voller Zweideutigkeiten steckt, dem sei abgeraten.
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15. Möchte viel sein, ist aber nichts, dieser satz trifft sowohl auf günther
gras als auch auf sein " Meisterwerk" die Blechtrommel zu. Der Film ist
absichtlich auf shocking gemacht, damit die Leute möglichst viel über
ihn diskutieren. Z.b die verschiedenen Porno scenen! Total übertrieben.
Gut,
der kleine junge spielt echt klasse aber das ist auch das einzige was
den film auszeichnet. Als krank und genial kann man meisterwerke wie
Clockwork orange bezeichnen aber nicht die Blechtrommel! Bei diesem Film
ist wirklich viel Lärm um nichts gemacht worden. Er ist ein aufschrei
nach aufmerksamkeit.
Naja... es klappt wohl heut zu tage immer
noch.... wir machen einen Film absichtilch krank und verrückt und alle
werden über ihn diskutieren und ihn sehen wollen.
Eine tiefgründisches Thema súcht man leider vergebens, zum nachdenken läd der film auch nicht ein.
Aber
selbst durch meine Ressision werden leute aufmerksam auf den Film und
wollen sich eine eigene Meinung bilden. Lasst es gut sein und hört auf
mich!
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16. Was will mann da sagen,Cineasten kommen um die Blechtrommel einfach
nicht drumherum.Ein Meisterwerk,besonders die Gruppe um Herrn Bebra.
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17. Die Umsetzung auf die DVD ist wirklich gut gelungen. Den Inhalt brauche ich nicht erklären (er würde den Rahmen sprengen - schaut ihn euch an). Der Film wurde in den 70er Jahren gedreht und bekam mehrere Auszeichnungen (Goldene Palme, Acedemy Award etc.). Und für eine so gute DVD-Umsetzung die ein animiertes Menü, ein Making-Of, einen originalen Kinotrailer von damals sowie einen interessanten Audiokommentar (endlich mal in deutsch)enthält, hat nun wirklich fünf Sterne verdient. Und der Ton ist in Dolby Digital 5.1 - gut nachbearbeitet! Empfehlung: KAUFE.
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18. "Die Blechtrommel" ist ein Meisterwerk des deutschen Films. Diese Adaption zeigt auf eine beeindruckende Art und Weise Weise die Dekadenz des Kriegs und fuehrt schamlos die Unbegreiflichkeit der sozialen Umstaende auf.
Mehr gibt es eigtl. nicht zu diesem Stoff bzw. Buch zu sagen, zumal er meines Erachtens wie fuer die Leinwand geschaffen ist - mit seinen Bildern, seinen Geraeuschen, skurrilen Persoenlichkeiten und im Grunde genommen voellig zeitgenoessischen Darlegungen.
Auch
wenn die DVD nur mit einer Sprache erscheinen wird, sollte man sie als
Literaturliebhaber erwerben, um noch einmal die psychedelische Wirkung
des Menschseins miterleben zu duerfen.
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19. Meine Rezensionen beziehen sich stets nur um die Frage;
Lohnt sich Blu-Ray oder reicht die DVD ?
Zu dieser Blu-Ray kann ich nur folgendes feststellen;
Farben und Kontraste sind nur minimal besser als auf DVD !
Erfreulich ist nur die Tatsache, dass man den Film endlich
ungekürzt erleben darf. Diese zusätzliche Szenen wurden aber so
homogen eingeführt, dass man es kaum bemerkt !
Fazit: DVD REICHT !!
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20. Gleich vorab: für einen 30 Jahre alten Film kann sich die Bild- und
Tonqualität der BluRay durchaus sehen lassen! Das Bild besticht durch
enorme Schärfe und Plastizität. So manche Klassiker könnten sich hier
noch eine Scheibe abschneiden. Wirklich gut restauriert! Auch der Ton
ist einwandfrei und klar. Zwar darf man hier kein Effektgewitter
erwarten aber tiefe Bässe und einige Effekte sind durchaus vorhanden
(5.1 DTS MA).
Zum Film: der Directors Cut ist klasse! Auch wenn der Film mit 163
min. etwas länger ist, langweilig wird es keinesfalls. Der Film benötigt
diese Länge um das Thema und die Botschaft zu vermitteln und ich würde
keine Szene als überflüssig bezeichnen.
Film und Qualität der BluRay also TOP!
FLOP ist leider die Verpackung. Beworben wird die BluRay von
Kinowelt als Wendecover was für die Amaray Version auch zutreffen mag.
Der schöne Schuber der Erstauflage besitzt jedoch leider den hässlichen
FSK16 Flatschen und ist nicht ablösbar. Warum kann man den Flatschen
nicht in die Folie einarbeiten oder als Aufkleber gestalten wenn man
sich schon die Mühe mit dem Wendecover macht? Für mich als Sammler eine
große Enttäuschung, denn was nützt mir ein Wendecover wenn der Schuber
wiederum vom FSK Logo geschmückt wird?
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21. Sehr gut überarbeitet , sehr wichtig , die fortgelassenen Szenen wurden endlich integriert . Bravo
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22. Das filmische Meisterwerk als solches bedarf wohl keiner weiteren
Kommentierung; dies hieße nach dreißig Jahren der Rezeption des Films
wohl "Eulen nach Athen zu tragen." Der Film polarisiert ebenso wie die
Vorlage. Es handelt sich für mich schlichtweg um eine hervorragende
Umsetzung des eigentlich "unverfilmbaren" Romans unseres Danziger
Nobelpreisträgers.
Der "Directors Cut" Schlöndorffs besticht unter anderem durch die
Verwendung einer bisher nicht enthaltenen, außerordentlich wichtigen
Schlüsselszene, nämlich dem Monolog Oskars zu dem Schwanken zwischen
der von ihm bevorzugten Literatur. Während (in Oskars Phantasie) eine
Orgie des ihn schließlich segnenden Rasputins abläuft, spricht er in
einer für einen elfjährigen Jungen kaum fassbaren, schauspielerischen
Leistung direkt in die Kamera und erklärt dem Zuschauer gleichsam seine
Entwicklung unter anderem mit den Worten: "Sie werden sagen, in welch`
begrenzter Welt musste sich der junge Mensch heranbilden!" Für jeden
Liebhaber dieses Films stellen diese und andere eingefügte Szenen eine
großartige Bereicherung dar. Dies gilt umso mehr, wenn man sich den
unbeschreiblichen Aufwand vergegenwärtigt, den die Erstellung des
"Directors Cut" mit sich gebracht hat, denn die neuen Szenen mussten
nachsynchronisiert werden; was vor dem Hintergrund der heute
"erwachsenen" Stimme David Bennents ebenfalls hervorragend gelungen und
auch in den Extras dokumentiert worden ist.
Einen Stern ziehe ich ab wegen der suboptimalen technischen
Umsetzung auf das Blu-Ray Format. Hier zeigen insbesondere die "Majors"
aus Hollywood, was mit der heutigen Technik zum Teil bei noch älteren
Filmen machbar ist(z.B.: "Der unsichtbare Dritte" oder "Bullitt"). Die
Auflösung läßt insbesondere in den Totalen zu wünschen übrig. Deutlich
besser sieht es demgegenüber in den Nahaufnahmen oder Porträits sowie
bei den Farben aus. Auch das Rauschen in dunklen Szenen hätte man wohl
noch etwas besser unterdrücken können. Die Umsetzung des Tonformats ist
dagegen recht gut gelungen! Aber insgesamt haben die Produzenten - wohl
auch aus Kostengründen - einfach nicht auf die Ressourcen zurückgreifen
können, die etwa ihren Kollegen in den Staaten zur Verfügung stehen!
Unbedingt kaufen!
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23. Alles in allem ziehe ich meinen Hut vor diesem Endresultat...aber alles der Reihe nach...
Zur Story (für Kenner eher unwichtig, Neulinge hierzu kurz erwähnt)
- Klein Oskar Matzerath (grandios gespielt von David Bennent) ist
mit drei Jahren ein Junge, der beschließt, dass er aus Protest gegen die
achso scheinheilige Erwachsenenwelt nicht mehr wachsen will und stürzt
sich kurzerhand die Treppe runter. Mit schriller Stimme und Blechtrommel
gerüstet protestiert er gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Er
wird älter aber wächst halt nicht mehr. Der Einblick in seinem Leben ist
in einzelnen (historischen)Epochen widergegeben...Ende der Weimarer
Republik, 1. Weltkrieg, Nationalsozialismus, 2. Weltkrieg etc. Er
beeinflusst durch sein handeln hier und da die Geschichten rund um seine
Familie. Mit teils selbstironischen und sarkastischen Monologen heitert
er den Zuseher desöfteren auf. Schicksalsschläge rund um sein eigenes
Leben wie auch das der Familie fahren mit dem Zuschauer Achterbahn und
sind in jeder Hinsicht sehenswert
Bild und Ton
- die Bildqualität ist für ein Film diesen Alters recht gut umgesetzt. Sehr plastisch und scharf. 1,66:1 Gelungen!
- der Ton ist in 5.1 DTS-HD Master Audio und gefällt recht gut bei
entsprechendem Equipment. Gute Bässe und klar klingende Höhen. Alles in
allem muss so ein gutes Ton-Ensemble arrangiert sein.
Fazit von mir persönlich:
Der Film gehört gekauft und basta!
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24. Die Blechtrommel war im Jahr 1979 bereits ein Muss. Damals war die
Umsetzung des Romans in diesem Film und Volker Schlöndorff in aller
Munde. Wir haben stundenlang die Romanvorlage mit dem Film verglichen
und die Form der Erzählung von Günter Grass diskutiert.
Der Film ist und bleibt ein Klassiker, der in die Videothek gehört.
Ihn aus dem zeitlichen Zusammenhang zu reissen ist verkehrt und einige
der negativen Kritiker haben wohl diesen Grundsatz vergessen.
Wie immer - und gerade die Blechtrommel - polarisiert diese Form der
Literatur und natürlich auch der Film. Ansehen genissen und die Zeit
zurückdrehen. Und dabei ein wenig schmunzeln, wie verbissen manche Dinge
im Jahr 1979 diskutiert wurden.
Die Qualtität der DVD ist OK - die ARTHAUS-Collection bietet ein wenig Basisinfos zum Film.
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25. wenn ich "uhrwerk orange" und "die blechtrommel" ruede als werke
miteinander vergleiche, tun sich erstaunliche abgruende auf: waehrend
ich ersteres fasziniert und gespannt ueber die volle filmlaenge hinweg
verfolge, entsteht bei letztgenanntem nach einer handvoll minuten
bereits gaehnende langeweile und unterschwellige aggression.
warum eigentlich?
beide filme arbeiten mit uebersteigerung, verfremdung, ja
persiflierung der grausamen wirklichkeit, aber nur einer wird dem
anspruch, kuenstlerisch wertvoll zu sein, auch wirklich gerecht.
das mag zum einen daran liegen, dass, wenn ich die anfaengliche
szene der blechernen trommel - auf dem kartoffelacker - ueber mich
ergehen lasse, sich die frage einstellt, warum filmtitel wie
"alpengluehen in der lederhose" oder "auf der alm, da gibt's koa suend"
nicht vergleichbaren erfolg einheimsen konnten.
ganz einfach: es fehlte die propagierte "kuenstlerische intention";
lauscht man den hehren worten des regisseurs volker schloendorff, der
diesen ganzen muell mit salbungsvoller stimme schoenredet, dann weiss
man: die blosse absicht reicht, um ein werk als wertvoll zu erkennen,
auch, wenns an der umsetzung eldendiglich hapert.
meiner meinung nach reicht es eben nicht, ein drehbuch im vorhinein
idyllisch hochgeistig zu verbraemen, um, untermalt mit tausenden von
hinweisen, die man moeglichst alle vorher inhalieren und sich staendig
beim filmgucken vergegenwaertigen sollte, dann davon ausgehen zu
koennen, nachhaltiges beim zelluloidbrennen auch tatsaechlich geschaffen
zu haben.
der unterschied zum "uhrwerk orange" liegt naemlich darin, dass der
film auch ohne vorinformation wirkt: durch ein gutes drehbuch, durch
ueberzeugende darsteller (die sich selbst sogar ernst nehmen!) und eine
versierte regie, die szenetechnisch alles auf den punkt bringt.
natuerlich kann man in alles und jeden kuenstlerische ambitionen
hineininterpretieren, wenn man sich denn nur genug muehe gibt, klar.
wen ich auf die strasse spucke, dann sinnlich den mond anblicke und
mit fingerdeuten vor den zusehern einen zusammenhang anblinzele, dann
ist das schon kunst - fuer manche; aber eben nicht wirklich.
allzu geschulte geister erkennen bald einmal besonderes in irgendeinem unbedarften auswurf.
wahre kunst spricht jedoch fuer sich selbst und erwartet keinesfalls weltmaennische gewandtheit beim betrachter, um zu wirken.
auf einem berggipfel, das tal zu fuessen ueberblickend, ueberkommt
einen der machtvolle eindruck von bescheidenheit und herrlichkeit; dabei
wuerde ich nicht davon ausgehen, dass man vom weltengefuege schon nur
das mindeste begriffen hat.
in diesem sinne hat der regisseur eindeutig gefehlt, indem er
interpretaion und wissen als die wahren schluessel fuer eine zutiefst
laecherliche und entwuerdigende darstellung missbraucht hat.
und wir wollen auch nicht vergessen, dass der kleine trommler david
bennent zum drehzeitpunkt etwa 11 jahre alt war: der film zeigt ihn in
einigen szenen mit eindeutig sexuellem inhalt (etwa, als er in der
umkleidekabine den unterleib seiner geliebten maria küsst, oder im bett
mit ihr unter der decke erkennbar den geschlechtsverkehr ausübt, etc.);
wehe, diese szenen wären mit einem mädchen gedreht worden, der film wäre
längst indiziert und beschlagnahmt!
aber so ist es ja kunst, und da ist alles in bester ordnung ...
der film kann und ist einfach - nichts.
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26. Spießer sollten dieses Buch nicht lesen. es ist nicht nur verdammt hart in der Ausdrucksweise, sondern entlarvt so manches Verhalten. Brutal und schonungslos wird der Protest eines Kindes (!) gegen Nazis und Mitläufer im 3ten Reich ausgedrückt. Dabei werden Personen und Schicksale verwoben und ein stimmiges Bild der Nazizeit aufgezeigt. Ich war nicht dabei, aber ich finde Buch und Film sind ein Muss.
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27. Viele die diesen Film sehen tun ihm Unrecht, schalten zum Beispiel nach
der Hälfte gelangweilt oder angewidert ab und sagen, er sei
überbewertet.
So einfach kann man es sich nicht machen.
Nicht umsonst war dieser Film viele Jahre lang der einzige deutsche
Film, der im Ausland den Oscar als bester Auslandsfilm bekommen hat. Und
auch wenn einem die ungewöhnliche Geschichte unbehaglich ist, lässt
sich die künstlerische Qualität nicht wegleugnen.
Auch wenn die pöbelhaften, ungebildeten Figuren den intellektuellen
Betrachter mit Abscheu erfüllen - wie sonst gäbe der Film Sinn ?
Schließlich ist es die Unzulänglichkeit der Erwachsenenwelt, die hier im
Mittelpunkt steht und weswegen der (hervorragend von David Bennent
verkörperte) Oskar Matzerath beschließt, nicht dazugehören zu wollen und
dagegen trommelnd zu protestieren.
Ohne das Buch gelesen zu haben, erlaube ich mir von einer
bemerkenswerten Verfilmung zu reden, die ein Fest für Geist und Auge ist
und an Feiertagen (an denen man genug Zeit hat) immer wieder mal in den
DVD-Spieler geschoben werden sollte.
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28. Ich weiß, dass eine negative Rezension zu einem allgemein als gut
anerkannten Werk in der Tiefe des Nicht-Hilfreich-Seins verschwinden
wird, aber ich wage es trotzdem:
Es mag sich bei der Blechtrommel um ein filmisches Meisterwerk
handeln, aber dann fehlt mir persönlich wohl einfach der Zugang. Gut,
einige Bilder sind schon prägnant und erzeugen eine gewisse Atmosphäre
(die ich allerdings nur als unangenehm empfand - und nicht "passend
unangenehm") und einige der Schauspieler zeigen gute Leistungen, aber
das war für mich auch schon alles, was ich an Positivem sagen kann.
Mein erstes Problem mit dem Film ist, dass ich fast durchgehend
angewidert war (nein, das liegt nicht im Speziellen an den Aalen). In
hoher Frequenz wird gekleckert, gespuckt, gek...brochen, eine behaarte
Damen-Achsel in die Kamera gehalten oder unästhetisch Beischlaf
praktiziert. Mir ist klar, dass das wohl so gewollt und gewissermaßen
ein Stilmittel ist, aber es hat dennoch einfach zusätzlich das kaum
vorhandene Seh-Vergnügen geschmälert und ich bin einfach so dreist auch
bei Literatur-Verfilmung ein wenig unterhalten werden zu wollen. Ich
denke auch behaupten zu können, dass ich nicht besonders zartbesaitet
bin, aber das war mir dann irgendwie doch etwas zu viel, zumal es
meistens aufgesetzt und zweckmäßig wirkt. Ob das ein Kritikpunkt ist,
muss aber wohl jeder für sich entscheiden.
Das zweite Problem sind die Figuren. Man hat es tatsächlich
geschafft, einen Film zu machen, in dem jede einzelne Person
unsympathisch ist und keinerlei Bezugspunkte für den Zuschauer bietet.
Demzufolge ist es einem dann auch relativ egal, was mit ihnen passiert,
denn die Figuren sind nicht einmal auf interessante Weise abstoßend.
Mein drittes und schwerwiegendstes Problem aber ist die Handlung.
Sie ist einfach uninteressant und größtenteils belanglos. Es passiert
kaum wirklich etwas, das einer Entwicklung der Personen oder überhaupt
einer Rahmenhandlung gleichkommt, sondern der Film besteht aus lose
aneinandergereihten Episoden, von denen die wenigsten mein Interesse
wecken konnten. Über weite Strecken habe ich eher gehofft, dass es
schnell weitergeht, weil mich die kaum vorhandene Handlung gelangweilt
oder die Figuren wieder genervt haben.
Insgesamt trifft "genervt" auch recht gut meinen Gemütszustand beim
Sehen des Filmes (ich empfehle, sich den Film keinesfalls anzusehen,
wenn man ohnehin schon einen anstrengenden Tag hinter sich hat, denn das
ständige Durcheinandergeplärre und natürlich das allgegenwärtige
Getrommle können schon an den Nerven zerren). Bis auf die Blechtrommel
ist auch kaum ein erkennbarer roter Faden vorhanden und die Figuren mag
man schon nach kurzer Zeit nicht mehr sehen, so dass man sich am Ende
fragt, wozu man sich das Ganze überhaupt angesehen hat. Den zweiten
Stern habe ich wegen den eingangs genannten positven Aspekten vergeben,
und weil der Film dann doch einen gewissen Eindruck hinterlässt und das
alleine ist eigentlich schon ein gutes Zeichen.
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29. Dass sich Grass' "Blechtrommel" verfilmen ließe, hätte ich durchaus
bezweifelt, bevor ich den Film sah -- die Romanhandlung ist dermaßen
vielschichtig und perspektivisch gebrochen, dazu die unendlich vielen
Nebenhandlungen und -motive... und dann noch die Schwierigkeit, den
geeigneten Hauptdarsteller zu finden.
Schlöndorff hat nun die Romanhandlung "auf Linie" gebracht; wie man
hört, unter tatkräftiger Mitarbeit von Günter Grass. Das Ergebnis ist
frappierend. Viele Nebenhandlungen werden nur angedeutet, und im
Gegensatz zum Roman endet der Film mit der Flucht aus Danzig. Eine kluge
Entscheidung, finde zumindest ich, denn nicht nur hat mich der
Romanteil, der im Nachkriegsdeutschland spielte, weniger überzeugt --
durch die Beschränkung aufs Wesentliche wird der Film zu einem in sich
ruhenden Ganzen.
Scheinbar geht es um die Geschichte des kleinen Oskar Mazerath
(David Bennent), 1924 in Danzig geboren. "Scheinbar", das heißt nämlich:
Oskars Geschichte beginnt viel früher, weit vor seiner Geburt, mit
seiner Großmutter Anna Bronski (Bertha Drews) und der Zeugung seiner
Mutter Agnes (Angela Winkler) -- oder noch früher, wer weiß. Die Anfänge
sind in archaischen Bildern festgehalten.
Agnes wird sich zeit ihres Lebens nicht zwischen zwei Männern
entscheiden können: ihrem bodenständigen, "vernünftigen" und etwas
lächerlichen strammdeutschen Ehemann Alfred Mazerath (Mario Adorf) und
ihrem schönen, galanten und eleganten kaschubischen Vetter Jan Bronski
(Daniel Olbrychski); schon den Vater des kleinen Oskar wird man nie
recht bestimmen können. An seinem dritten Geburtstag beschließt Oskar,
nicht mehr zu wachsen, und tarnt diesen Entschluss durch einen Sturz von
der Treppe; damit ist den logischen Bedürfnissen der Erwachsenen Genüge
getan. An jenem Geburtstag bekommt er, wie bei seiner Geburt
prophezeit, seine erste Blechtrommel, die ihn fortan begleiten wird.
Außerdem stellt sich bald heraus, dass er über eine besondere Gabe
verfügt: Er kann Glas zerschreien, und diese Fähigkeit wird er immer
wieder als Waffe, aber auch gelegentlich zu Liebeserklärungen und zur
Unterhaltung einsetzen.
Oskar wächst also im Danzig der 1920er und 1930er Jahre auf, man
erlebt mit ihm das Aufkommen von Nationalsozialismus und den
Novemberpogrom im unabhängigen Stadtstaat, schließlich den allseits
bejubelten "Anschluss" ans Deutsche Reich und den Kampf um die Polnische
Post in Danzig, den Zweiten Weltkrieg, den Einmarsch der Roten Armee
und die Flucht. Oskar nimmt an der Geschichte teil, mal verweigernd, mal
kommentierend, aber auch aktiv, als Mitglied von "Bebras Fronttheater"
zur Unterhaltung der Wehrmacht.
In die Geschichte integriert ist die Familiengeschichte der
Mazeraths und der Bronskis, das lächerliche "Deutschtum" von Vater
Mazerath ebenso wie Jan Bronskis Option für Polen (die Bronskis sind
Kaschuben, und die sind, wie am Ende die Großmutter bemerkt, "nicht
richtig deitsch und nicht polnisch genug").
------ SPOILER-Beginn ----------------------
Außerhalb der großen Geschichte bestimmt Oskar die Geschicke der
Familienmitglieder: Er "trommelt seine arme Mama ins Grab", nachdem er
zuvor noch ihre Absolution von den Sünden trommelnd verhindert hat; er
führt seinen Onkel und mutmaßlichen Vater Jan Bronski in den Tod, indem
er ihn an dem Tag in die Polnische Post zerrt, als die Wehrmacht in
Danzig einmarschiert; er schwängert womöglich Maria (Katharina
Thalbach), die 16jährige Geliebte seines Vaters, und auch bei diesem
Kind, Kurtchen, wird man den Vater nicht bestimmen können; er zwingt
beim Einmarsch der Russen seinen Vater dazu, sein Parteiabzeichen zu
verschlucken -- mit tödlichem Ausgang. Oskar, nun 21 Jahre alt und
Waise, beschließt, wieder zu wachsen.
Am Ende verlässt Maria mit Kurtchen und Oskar die Stadt, zurück bleibt die archaisch-unerschütterliche Großmutter.
------ SPOILER-Ende ------------------------
Der Film zeigt diese Geschichte(n) in mehr oder weniger locker
verbundenen Szenen, die Kamera nimmt oft ungewöhnliche Perspektiven ein,
verweilt immer wieder auf nur scheinbar Nebensächlichem, und führt so
zu unvergesslichen Bildern: Etwa wenn Oskar bei einer Parteikundgebung
den Badenweiler Marsch in den Donauwalzer umpolt, oder in der berühmten
Szene mit den Aalen (empfindsamen Gemütern sei's gesagt: Im Buch ist das
noch viel ekliger), bei der Verteidigung der Polnischen Post und Jan
Bronskis letztem Skatspiel, und vielen weiteren. Der Film lebt von
solchen Szenen, und dabei bleibt stets der Zusammenhang erhalten; die
effektvollen Bilder sind niemals Selbstzweck.
Diese Einzelszenen wiederum leben von der Klasse der Schauspieler --
allen voran natürlich der selbst kleinwüchsige David Bennent, dessen
Oskar weniger boshaft und dafür anrührender als die literarische Vorlage
wirkt, aber auch die anderen: Angela Winklers Darstellung der Agnes
überzeugt von der ersten Szene an und gipfelt darin, wie sie sich
verzweifelt mit Fischen vollstopft. Ebenso phantastisch sind Daniel
Olbrychski als unwiderstehlicher Jan Bronski oder Charles Aznavour als
Spielzeughändler Sigismund Markus oder Katharina Thalbach als Maria --
und alle anderen auch. In der "Blechtrommel" sind selbst die kleinsten
Nebenrollen perfekt besetzt.
Aber was einem erst nach mehrmaligem Sehen auffällt: Die wahre
Hauptperson, die alles zusammenhält auf allen Ebenen, ist die
kaschubische Großmutter. Wann immer sie in Erscheinung tritt, beherrscht
und bestimmt sie alles, ohne direkt eingreifen zu müssen. Es liegt an
der unglaublichen Präsenz Bertha Drews', dass dieser Film das ist, was
er ist: Ein Meisterwerk!
