In Hangover beschliesst ein Bräutigam mit seinen drei Trauzeugen in Las Vegas einen draufzumachen bevor der Ernst des Lebens beginnt. Am nächsten Tag haben alle den kompletten Filmriss – und der Bräutigam ist verschwunden.
Amerikanische Komödien haben durch geniale Leute wie Adam Sandler (Leg dich nicht mit Zohan an), Judd Apatow (Jungfrau (40), männlich, sucht) oder etwa die Farrelly Brüder im Mainstream eine Rennaissance erlebt. Auch Hangover profitiert von dieser Vorarbeit und der damit einhergehenden immensen Befreiung. Der Film ist eine Erwachsenenkomödie im besten Sinne. Eine erfrischende Brise Albernheit ohne in Teenie-Klamauk auszuarten.
Doug (Justin Bartha) steht kurz vor der Eheschliessung. Bevor die Falle zuschnappt will er nochmal so richtig einen draufmachen. Er fährt mit seinen Kumpels Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und seinem zukünftigen Schwager Alan (Zach Galifianakis) nach Las Vegas. Sie sind wild entschlossen die Nacht durchzufeiern. Doch als die drei Trauzeugen am nächsten Tag verkatert aufwachen, können sie sich an nichts mehr erinnern. Die Hotelsuite ist ein Trümmerfeld und der Bräutigam ist spurlos verschwunden. Die Zeit drängt, der Hochzeitstermin kommt immer näher. Verzweifelt versuchen die Buddys zu rekonstruieren was in dieser Nacht passiert ist um die Fährte aufzunehmen und Doug schliesslich doch noch in den sicheren Hafen der Ehe geleiten zu können.
Todd Phillips (Starsky and Hutch) versteht sich als Punkrocker. Als
Student an der NYU hatte er seinerzeit GG Allin, das Enfant Terrible des
Punkrocks, wochenlang auf seiner Tour begleitet und dem schizoid-durchgeknallten
Musiker posthum mit seiner Doku GG Allin – Hated ein Denkmal gesetzt.
Phillips hat sich dann in seiner Regiekarriere auf Hollywood-Komödien verlegt.
Und auch in Hangover blitzt immer wieder eine Haltung durch, die man
nicht ganz unmissverständlich als Punkrock bezeichnen könnte. Damit ist nicht
etwa der Rocklastige Soundtrack des Films gemeint. Vielmehr ist damit die dezent
anarchistische Grundrichtung beschrieben, die sich auch im Inszenierungsstil
ausdrückt. Wo andere Comedyregisseure die Kanten abschleifen, lässt Phillips das
Ganze bewusst rauh. Hangover hätte gern noch mehr von dieser
Schnoddrigkeit vertragen können. Aber man will ja nicht vermessen sein.
Sie planten eine Vegas-Junggesellen-Party, die sie nie
vergessen würden. Jetzt müssen sie unbedingt herausfinden, was genau schief
lief. Wem gehört das Baby im Schrank der Caesars-Palace-Suite? Wie kommt der
Tiger ins Badezimmer? Warum fehlt einem der Jungs ein Zahn? Und vor allem, wo
ist der Bräutigam? Was die Jungs beim Draufmachen so erleben, ist nichts im
Vergleich zu den Kapriolen, die sie nüchtern veranstalten müssen. Sie sind
gezwungen, all die schlimmen Entscheidungen der letzten Nacht zu rekonstruieren
eine nach der anderen. Regisseur Todd Phillips (Old School) und ein
Wahnsinns-Comedy-Cast meistern unvorhersehbare Situationen, die am Ende dann
doch alle Sinn machen. Hol dir deinen HANGOVER.
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