Einmal mehr präsentiert Regisseur Tony Scott (Top Gun) einen hervorragend fotografierten Film, dessen Handlung in einem halsbrecherischen Tempo vorangepeitscht wird. Will Smith beweist indes, dass sein Erfolg nicht nur auf seinem Humor basiert. Er liefert eine einwandfreie Darstellung in der Rolle eines Mannes ab, dessen heile Welt von einem auf den anderen Tag aus den Fugen gerät und in einem Netz von Intrigen zerstört zu werden droht. Gestohlen wird ihm die Schau jedoch von Gene Hackman, dessen Rolle stark an die Figur des Agenten Harry Caul erinnert, den er 1973 in Der Dialog dargestellt hat. Darüber hinaus besticht der Film als Warnung vor einer High-Tech-Welt, in der sich die Segnungen der modernen Technologie, in die falschen Hände gelegt, schnell zum Fluch entwickeln können. Das ist weitaus mehr, als man für gewöhnlich von einem von Jerry Bruckheimer (Top Gun, Con Air) produzierten Actionfilm erwarten darf. --Jeremy Storey
Von einer Jerry Bruckheimer-Produktion kann man einiges erwarten, vor allem Action satt. Wenn dann auch noch Tony Scott Regie führt, weiß man, daß man sich diesbezüglich nicht beklagen kann. Da aber normalerweise bei derartigen Streifen die Handlung – wenn überhaupt vorhanden – massiv in den Hintergrund tritt, ist es umso bemerkenswerter die Tatsache herauszuheben, daß die Handlung dieses Films vergleichsweise gleichberechtigt ist.
Die Story:
Ein republikanischer Abgeordneter wird wegen seiner vehementen
Abneigung gegen ein vom Staat geplantes Überwachungssystem von Mitarbeitern der
National Security Agency (NSA) ermordet. Dieses Verbrechen, als Unfall infolge
eines Herzanfalls vertuscht, wird allerdings unbeabsichtigt von einer Kamera
aufgezeichnet, die eigentlich nur der Naturlangzeitbeobachtung dienen soll. Bei
der Auswertung des Films erkennt der Fotoreporter die Brisanz der Aufnahme und
kann - bereits auf der Flucht vor den „NSA“-Häschern - einem schwarzen Anwalt
für Arbeitsrecht eine Kopie der Aufzeichnung in die Einkaufstasche schmuggeln.
Der Reporter selbst wird nur kurze Zeit später Opfer eines Unfalls. Unter
Zuhilfenahme der verfügbaren Überwachungs- und Observationstechniken gelingt es
der „NSA“ den Anwalt, der absolut nicht weiß, was ihm zugesteckt wurde, als
„feindliches Objekt“ zu definieren. Daraufhin wird innerhalb einer kurzen Zeit
sein ganzes Leben systematisch zerstört:
Verleumdungen, Rufmordkampagnen in
Zeitungen, kalkuliert herbeigeführter Riß durch die Familie, Arbeitsplatzverlust
und Kreditkarteninakzeptanz. Über eine Informantin, die er in der Vergangenheit
aus beruflichen und auch privaten Gründen häufig frequentiert hat, bekommt er
schließlich Kontakt zu einem isoliert agierenden Abhörspezialisten, kann mit
dessen Hilfe den Grund für die Jagd auf seine Person erkennen und letztlich die
Verursacher auf spektakuläre Weise zur Strecke bringen.
