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DAMALS IN PARIS - VERGESSENE FILMKLASSIKER Vol. 3 (AUF DVD) 1954




Die überschwengliche romantische Liebe eines amerikanischen Kriegsberichterstatters zu einem Mädchen in Paris mündet1945 in eine Ehe, die an den schriftstellerischen Misserfolgen und der Alkoholsucht des Mannes scheitert.Nachdem er den Tod seiner Frau mitverschuldet hat, kämpft er um sein Kind. Zeit- und Milieukolorit werten den hervorragenden, melodramatischen Unterhaltungsfilm zusätzlich auf.


Der Soldat Charles lernt bei den Feierlichkeiten zum Kriegsende in Paris die junge Helen kennen und wird von ihr zu einer Privatparty eingeladen. Dort trifft er auf deren Schwester Marion und es stellt sich heraus, dass sich die beiden zuvor bereits in der Stadt gesehen und in der Euphorie geküsst hatten. Helen, die sich sichtlich zu Charles hingezogen fühlt ist auf ihre Schwester eifersüchtig, zumal diese den jungen Soldaten sogleich um ihren Finger wickelt.

Kurze Zeit später heiraten Charles und Marion, die beiden wohnen fortan weiterhin im Hause von Marions Vater. Helen hingegen zieht nach ihrer eigenen Heirat zu ihrem Mann. Die Familie ist immer knapp bei Kasse, Vater hat kein regelmäßiges Einkommen, sondern vertreibt sich die Zeit mit verschiedenen Glücksspielen und Charles muss mit seiner Tätigkeit als Journalist bei der Armeezeitung „Stars andNachkriegszeit immer noch knapp sind. Stripes“ seinen Schwiegervater und den exzessiven Lebensstil seiner Frau finanzieren. Diese genießt das Leben in vollen Zügen, geht auf Partys und bezirzt mit ihrer Attraktivität viele Männer. Dadurch erhält sie immer wieder verschiedene Geschenke in Form von Lebensmitteln, die in der

Eine plötzlicher Profit aus vor Jahren gekauften Ölfeldern räumt sämtliche finanziellen Sorgen der Familie aus dem Weg und auch nach der Geburt ihrer Tochter Victoria genannt „Vicky“ setzt Marion ihr ausgeprägtes Gesellschaftsleben fort, während Charles versucht, als Journalist und Schriftsteller Fuß zu fassen. Doch bei einer Beförderung wird er übergangen und auch sein Manuskript wird von den Verlagen zurückgewiesen. Die Beziehung des Paares wird dadurch zunehmend belastet und auch Charles' Wunsch in die Vereinigten Staaten zu ziehen und ein geregeltes Leben zu führen, passt nicht zu Marions Partyleben.

Charles langweilt sich und verfällt zunehmend dem Alkohol. Als seine Frau eines Abends im strömenden Regen vor der Haustüre steht, liegt er betrunken im Wohnzimmer und hört ihr Klopfen nicht. Daraufhin wird Marion schwer krank und die Ärzte ringen um ihr Leben, während sie sich mit Charles versöhnt und beide feststellen, dass sie ihr Leben nicht mehr so unbeschwert ist wie damals kurz nach dem Krieg. Schließlich verliert Marion den Kampf um ihr Leben und Charles verlässt schuldbewusst die Stadt, während seine Tochter bei Helen aufwächst. Jahre später kehrt er zurück und denkt zurück an die Zeit damals in Paris. Er erkennt, dass ihn die Trennung von Vicky noch einsamer gemacht hat und möchte das Mädchen mit nach Amerika nehmen. Helen verweigert ihm dies zunächst, sie ist nach all den Jahren immer noch gekränkt, dass Charles damals Marion ihr vorgezogen hat. Sie springt jedoch schließlich über ihren Schatten und lässt das Mädchen mit ihm gehen.


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01. Anfang der 1950er hatte Liz Taylor nach "Ein Platz an der Sonne" und vor "Giganten" und "Land des Regenbaums" eine relative Durststrecke zu überwinden, während der sie zwar oft Hauptrollen spielte, aber selten ihrem Talent entsprechend eingesetzt wurde. 1954 verfilmte Richard Brooks F. Scott Fitzgeralds Erzählung "Babylon Revisited". Warum die Handlung allerdings von den 1920er Jahren in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verlegt wurde, erschließt sich mir nicht ganz:
Der amerikanische Journalist Charles Wills (Van Johnson) kehrt nach zweijähriger Abwesenheit nach Paris zurück und erinnert sich an seine große Liebe. 1945 war er innerhalb eines Tages zwei unterschiedlichen Mädchen begegnet. Während der Siegesparade zum Ende des Krieges in Europa wird er stürmisch von einer ihm unbekannten jungen Frau (Elizabeth Taylor) geküsst. Kurz darauf begegnet er der zurückhaltenden Amerikanerin Marion Ellswirth (Donna Reed), die allerdings in Begleitung seines Freundes Claude (George Dolenz) ist. Wie sich beim Besuch ihres Vaters (Walter Pidgeon) herausstellt, ist die stürmische Küsserin Marions Schwester Helen. Zwar zeigt Charles zunächst Interesse an Marion, die Anziehungskraft zwischen Charles und Helen aber ist stärker. Sie beschließen zu heiraten, obwohl sich Helen ursprünglich einen reichen Mann angeln wollte. Überstürzt heiratet Marion Claude. Charles gelingt es eher schlecht als recht, seine Frau und die kleine Tochter über die Runden zu bringen, zudem wird keiner seiner Romane veröffentlicht. Ein plötzlicher Geldsegen lässt zwar die finanziellen Sorgen vergessen, aber der Frust über die fehlende Anerkennung als Schriftsteller sitzt tief. Charles beginnt (er kann es sich jetzt leisten) zu trinken und flirtet auf verhängnisvolle Weise mit der Societylady Lorraine Quarl (Eva Gabor).

Wer aufmerksam zuhört, wird die dramatischen Entwicklungen des Films schon erahnen. Helen verkündet vom Krankenlager, dass sie schon eine Erkältung bekäme, wenn sie nur den Wetterbericht sähe. Wenn sie dann später in einem viel zu dünnen roten Abendkleid durch das verschneite Paris stapft (was für ein surreales, bedeutungsschwangeres Bild!), ist das Unheil nicht mehr aufzuhalten. Beim Heiratsantrag von Claude bittet dieser Marion, "die Mutter seiner Kinder" zu werden. Dass die Ehe zunächst kinderlos bleibt, ist natürlich ein deutlicher Hinweis auf Marions Gefühle. Roger Moore spielt eine kleine Rolle als Tennisspieler und Gigolo, der die Taylor während ihrer Ehekrise umgarnt. Seine Rolle ist allerdings derart stereotyp angelegt, dass es schon schmerzt. Zudem verpasst ihm die deutsche Synchro ohrenscheinlich Wolfgang Spier als Sprecher. Komischer geht es nimmer.
Beabsichtigter Humor ist allerdings erfreulicherweise im ersten Teil des Films auch vorhanden. In einer Aussprache zwischen Charles und Mr. Ellswirth bezeichnet dieser ihn als ernst, fleißig, gewissenhaft, um dann im Nachsatz zu seufzen "Dies sind nicht die Eigenschaften, die ich von einem Schwiegersohn erwarte." Die starke Bande zwischen Helen und ihrem Vater (er schwärmt von seiner Tochter, dass sie genau so wie er selbst der Universität verwiesen worden sei), schließt Marion aus. Zunächst wird Helen als flatterhaft beschrieben, einmal badet sie in einem Springbrunnen (das ist allerdings nicht zu sehen), im Laufe ihrer Ehe jedoch wird sie ernst, gewissenhaft, verantwortungsvoll. Es ist für die gerade erst 22jährige Taylor schwierig, diese Entwicklung glaubwürdig erscheinen zu lassen. Als einziges "Hilfmittel" dient ihr nur eine andere Frisur. Charles hingegen wird zum Trinker und bandelt etwas unmotiviert mit einer blonden Scheidungsexpertin an. Fitzgeralds Text hat mit Sicherheit autobiografische Züge, aber sich Johnson und Taylor als Fitzgerald und seine Zelda vorzustellen, wäre wohl zu viel des Gutes. "Lost Generation goes Soap Opera" könnte ich etwas launisch anmerken. Die Chemie zwischen Johnson und Taylor (spielten schon gemeinsam in dem wesentlich leichteren "The big Hangover") allerdings stimmt. Zunächst war ich etwas skeptisch, warum sich ausgerechnet diese beiden ineinander verlieben sollten, aber zu Beginn gibt es einige wirklich hübsch frivole, aber auch ergreifende Momente. Nachdem sie sich auf der Treppe hockend einige Küsse ausgetauscht haben ("Ihre Art zu küssen gefällt mir."), gehen sie in ein Zimmer mit Doppelbett (!), um noch einige Flaschen Wein zu holen. Dabei wirkt der knappe schwarze Pullover der Taylor (hätte vielleicht besser in die Jazz-Ära der 20er gepasst) extrem erotisch. Das ist so mitreißend gespielt, dass die Konstellationen Johnson/Gabor und Taylor/Moore doch sehr konstruiert wirken.

Der zweite Teil leidet dann doch unter dem melodramatische Korsett der Inszenierung: Geldmangel, verschmähte Liebe, Krankheit, Tod. Zwar komponierte Conrad Salinger einen recht netten Score, aber viel zu oft drängelt sich die Titelmelodie von Kern/Hammerstein in den Vordergrund: "Achtung, wichtig!" Auch die finanziellen Sorgen lassen sich nicht wirklich nachvollziehen. Was jucken unbezahlte Rechnungen, so lange sich noch ein Dienstmädchen und die Ballettstunden der Tochter finanzieren lassen? Ein doch recht komfortables Elend, am schönsten lässt es sich auf hohem Niveau jammern.
Die letzte Viertelstunde ist dann purer Tränendrücker. Zudem wirkt Liz auch bei hohem Fieber und Schüttelfrost wie frisch vom Visagisten kommend. Richard Brooks soll sich während der Dreharbeiten in die Taylor verliebt haben, das halte ich für sehr wahrscheinlich, so liebevoll ist sie im ganzen Film ausgeleuchtet. Jahre später inszenierte er mit ihr auch "Die Katze auf dem heißen Blechdach".
Die Ausstattung der DVD ist leider karg. Neben einer Bildergalerie gibt es den Originaltrailer. Das Bild (Vollbildformat) wurde restauriert, der Ton ist in Ordnung. Seltsamerweise heißen Helen und Claude in der Syncho Ellen und Jean. Es gibt zwar ein Wendecover, aber ärgerlicherweise keinerlei Untertitel. Das Cover ist eine verkitschte Version des Originalkinoplakats, Taylors Kleid wirkt ziemlich durchsichtig, tz, tz, tz.

Fazit: Trotz einiger Schwächen ist "The last Time I saw Paris" ein mitreißender Liebesfilm, der vor allem wegen der jungen Taylor im Gedächtnis bleibt. Besser als vieles, was sie in dieser Zeit gedreht hat, aber sicherlich kein Meilenstein des Genres. Ein Fest für Fans!



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