DIESE SERIE HABE ICH KOMPLETT FÜR MEINEN PRIVATEN GEBRAUCH AUF DVD ARCHIVIERT.
"Ein Herz und eine Seele" ist eine deutsche Fernsehserie, die in den 1970er-Jahren vom WDR nach der Idee von Johnny Speight produziert wurde.
Autor der Serie ist Wolfgang Menge, bekannt unter anderem durch die Fernsehserie Stahlnetz und den Film Das Millionenspiel. Menge hat das englische Vorbild Till Death Us Do Part auf deutsche Verhältnisse übertragen.
Originaltitel - "Ein Herz und eine Seele"
Originaltitel - "Ein Herz und eine Seele"
Produktionsland - Deutschland
Sprache - Deutsch
Synchronisiert - Keine Angaben
Produktionsjahr(e) - 1973 - 1974 / 1976
Länge - 44 Minuten
Episoden - 25
Genre - Sitcom
Musik - Keine Angaben
Produktion - Westdeutscher Rundfunk Köln
Idee - Wolfgang Menge
Farbe - Schwarzweiss & Farbe
Seitenverhältnis - Keine Angaben
Ton - Mono
Altersfreigabe - Keine Angaben
Erstausstrahlung / Andere - Keine Angaben
Erstausstrahlung / Deutschland - 15. Januar 1973 auf Westdeutsches Fernsehen
Drehorte - Keine Angaben
Die Serie zeigt stark überspitzt das Zusammenleben einer deutschen Familie in einem Arbeiterviertel in Wattenscheid während der 1970er-Jahre: So behandelt sie neben üblichen Alltagsthemen vor allem das Zusammentreffen der extrem kleinbürgerlich-konservativen Einstellung der Eltern mit den idealistischen Ansätzen der 68er-Bewegung, für die Tochter und Schwiegersohn stehen.
- "Alfred Tetzlaff" (Ekel Alfred, * 10. April 1924 in Teplitz-Schönau): Er stellt die Hauptfigur dar und ist ein reaktionärer Spießer. Sein chauvinistisches bis frauenverachtendes Auftreten, Ausfälle gegen die SPD-Regierung,
seinen Schwiegersohn, Ausländer, Gastarbeiter, Juden und vieles mehr
zielen dabei auf die zeitgenössischen kleinbürgerlichen
Stammtischpolitiker. Er arbeitet als kaufmännischer Angestellter in der
Materialausgabe einer Firma namens „Blumenhagen & Söhne“. Alfred
liest gerne die Bild-Zeitung und bezieht aus diesem Blatt auch sein angebliches Fachwissen um die Dinge in dieser Welt. Er ist Fan von Hertha BSC, da er in Groß-Berlin
aufgewachsen ist und deswegen auch manchmal mit leichtem Berliner
Dialekt spricht. Nach eigenen Angaben war Alfred früher als Angehöriger
der Wehrmacht in Polen, Frankreich (Paris) und in Russland eingesetzt und zum Schluss
im Range eines Obergefreiten. In der Folge „Schlusswort“ erfährt man,
dass Alfred bei einer Versorgungskompanie in der Feldküche diente. In
den letzten Kriegstagen an der Ostfront erlitt er eine Verbrühung durch
übergeschwappte Graupensuppe, so dass er das Ende des Krieges im
Lazarett erlebte. Er erzählt in der Folge „Selbstbedienung“ vom
Requirieren von Gütern in Frankreich und im Osten. Ein wiederkehrendes
Element in der Serie ist, dass Alfred durch passende Sprichwörter oder
literarische Zitate glänzen will, die er aber allesamt falsch wiedergibt
(„Namen sind Schall und Qualm“, „Du oder ich, das ist hier die Frage“, „Wenn du in Paris bist, benimm dich wie ein Pariser“), sowie unüberlegtes Benutzen von Zahlen („Das
haben die römischen Imperatoren schon vor tausend Jahren
gemacht“,„Morgen ist ein Sonntag, wovon es im Jahr Hunderte gibt“). Ferner versucht er z. B. in der Folge Silberne Hochzeit Royale mit seinen Sprachkenntnissen zu glänzen.
- "Else Dorothea Tetzlaff", geborene Böteführ: Sie ist das einfältige Hausmütterchen, das nichts von Politik, Sport oder Kultur versteht und Alfred damit regelmäßig auf die Palme bringt, worauf sie von ihm immer wieder als „dusselige Kuh“ bezeichnet wird. So verwechselt sie beispielsweise den „französischen Bundeskanzler“ Pompidou mit dem angeblichen Mann von Madame de Pompadour oder in einer anderen Folge den ehemaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger mit Henry Kissinger, wobei sie erstaunt ist, dass die Deutschen einen jüdischen Bundeskanzler hatten. Auch sie hat Schwierigkeiten mit Sprichwörtern und Redewendungen („immer das Sophoklesschwert überm Kopf“). Else stammt ursprünglich aus Elmshorn. Die von Helga Feddersen verkörperte Else der zweiten Staffel ist aber wesentlich selbstbewusster als die Else der ersten Staffel und vermag es durchaus, Alfred Paroli zu bieten.
- "Rita Graf", geborene Tetzlaff: Sie ist die Tochter des Hauses, arbeitet als Verkäuferin in der Kosmetikabteilung eines Kaufhauses, ist mit Michael verheiratet und wohnt zusammen mit ihm in ihrem alten Kinderzimmer bei ihren Eltern. Sie muss regelmäßig die Launen ihres Vaters ertragen, da dieser seine Tochter für missraten hält, insbesondere im Gespräch mit anderen. In der allerletzten Folge, „Schlusswort“, erfährt man, dass sie schwanger ist.
- "Michael Graf", Alfreds Schwiegersohn: Er verkörpert den legeren, von den 68ern geprägten links stehenden Mittzwanziger und wird deshalb vom Familienoberhaupt regelmäßig als „Sozi“, „Komsomolze“, „langhaarige bolschewistische Hyäne“, „Kommunistenschwein“, „Kommunistischer Drecksack“, „anarchistischer Drecksack“, „rote Rotznase“ und ähnliches bezeichnet. Er stammt aus der DDR und konnte noch rechtzeitig in den Westen übersiedeln. Seine Eltern wohnen jedoch immer noch dort. In der Folge Besuch aus der Ostzone kommen seine Eltern über ein verlängertes Wochenende zu Besuch, um auch zum ersten Mal ihre Schwiegertochter kennenzulernen. Von Beruf ist Michael Feinmechaniker.
- "Frau Suhrbier" ist eine Nachbarin (auf ihre bloße Erwähnung reagiert Alfred äußerst cholerisch), die ein Running Gag in der Serie ist. Siehe dazu „Sonstiges“. In einigen Folgen lautet der Vorname Hertha, in einer anderen Folge Gerlinde.
- "Frau Fechner", ebenfalls in der Nachbarschaft wohnend, ist mit Else befreundet.
- "Frau Burdenski" ist ebenfalls eine Nachbarin. Ihr Mann arbeitet bei der Post. Alfred trifft in einer Folge auch auf ihren Schwager Erwin.
- "Rübensahm" ist der Inhaber eines kleinen Lebensmittelgeschäfts in der Nachbarschaft. Alfred kritisiert ihn oft wegen seiner hohen Preise und seiner (laut Alfred) willkürlichen Öffnungszeiten. In einigen Folgen lautet der Vorname Rübensahms Erich, in anderen Folgen Emil.
- "Koslowski" arbeitet bei einer Versicherung und ist wahrscheinlich Alfreds einziger Freund. In einigen Folgen lautet der Vorname Koslowskis Peter, in anderen Folgen Erwin.
- "Rudi" ist der Inhaber einer kleinen Eckkneipe in der Nachbarschaft, in der Alfred mehrmals in der Woche etwas trinken geht und mindestens einmal im Monat einen Streit anzettelt und hinausgeworfen wird.
"Erfolg der Serie"
Ein Herz und eine Seele wurde von Wolfgang Menge nach dem Vorbild der US-amerikanischen Fernsehserie All in the Family (1971–1979) – die wiederum auf die britische Serie Till Death Us Do Part (1965–1975) zurückgeht, deren Entwickler Johnny Speight auch im Abspann von Ein Herz und eine Seele genannt wird – den deutschen Verhältnissen (SPD-Regierung, Nachwehen der Studentenrevolte) entsprechend entwickelt. Menge übernahm sogar die Namen aus Till Death Us Do Part: Alfred heißt im Original Alf, Michael heißt Mike, Else und Rita haben exakt den gleichen Namen. Auch die anrufbare Telefonzelle stammt aus der Vorlage, solche Zellen gab es zur damaligen Zeit in Deutschland nicht. Fernsehgeschichtlich bedeutsamer war indes die Übernahme des Sitcom-Formats ins deutsche Programm.
Es war die erste Fernsehserie, die sich auch mit dem politischen Geschehen der damaligen Zeit auseinandersetzte.
Die derbe Sprache und zotigen Gags sowie die ideologische Polarisierung der Protagonisten mit Anspielungen auf die aktuelle politische Situation waren für das Fernsehen einerseits noch ungewohnt, gelangten andererseits nach anfänglicher Kritik schnell zu großer Beliebtheit. Paradoxerweise stellte die Serie ungeachtet der ihr innewohnenden Gesellschaftskritik einen maßgeblichen Schritt hin zur angelsächsischen Ästhetik der Soaps und Sitcoms dar, die in einem kammerspielartig (oder volksbühnenartig) reduzierten Setting mit einem Minimum an Personen arbeiteten und sowohl in der Aufnahmetechnik als auch in der Storyline und Sprache ein Höchstmaß an Rationalität darstellten.
Die Resonanz auf die Serie war unterschiedlich: Der Großteil der Zuschauer sah die Serie als Satire auf spießige Kleinbürger und den Charakter Alfred als Anhäufung negativer Eigenschaften an, was auch der Intention entsprach. Einige verkannten jedoch auch die Ironie und fühlten sich durch Alfred Tetzlaff in ihrer reaktionären Sichtweise bestärkt und hielten fest, dass Alfred all das sage, was sonst niemand auszusprechen wagte. Wolfgang Menge hoffte damals, dass die Leute Ähnlichkeiten zwischen der Berichterstattung der Bild-Zeitung und Alfreds Monologen bemerken würden.
Die Serie war so populär, dass der damalige Postminister Horst Ehmke in einer Bundestagsdebatte im Februar 1974 den CDU-Politiker Alfred Dregger mit Alfred Tetzlaff verglich.
"Staffeln und DVDs"
Die ersten 11 Folgen der 1. Staffel wurden noch in Schwarzweiß gedreht. Die 12. Folge (Sylvesterpunsch) wird zu Silvester – ähnlich wie Dinner for One – immer wieder ausgestrahlt. Es war zudem die erste Folge in Farbe. Auch die Folge Rosenmontagszug wird regelmäßig zu Karneval wiederholt, sowie die Folge Besuch aus der Ostzone am 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit), da die Handlung am verlängerten Wochenende des 17. Juni, dem damaligen „Tag der deutschen Einheit“ der Bundesrepublik Deutschland spielt.
Die 2. Staffel wurde nach nur vier Folgen eingestellt, da das Zuschauerinteresse stark zurückging.
"DVD"
Eine DVD-Box mit 21 der 25 Folgen wurde im April 2005 veröffentlicht. Auf dieser DVD-Box wurde auf zwei Schwarzweiß-Folgen (1 und 3) und zwei Episoden in Farbe (18 und 21) verzichtet, die nach umfangreichen Protesten der aktiven Fangemeinde nachträglich am 12. September 2005 auf einer Spezial-DVD namens Die verschollenen Folgen erschienen. Die Existenz der Folge 21 war zuvor selbst seitens der Produktion unbekannt. Im März 2009 erschien eine neue, vollständige DVD-Box mit allen 25 Folgen plus Bonusmaterial auf acht DVDs.
"Sonstiges"
- Ein Running Gag in der Serie ist die ominöse Nachbarin Frau Suhrbier, die mehrfach in diversen Folgen erwähnt wird, jedoch nie in der Serie zu sehen ist. Es wird jedoch deutlich, dass zwischen Alfred und ihr eine große Abneigung besteht, da sie SPD-Mitglied und zugleich Hausbesitzerin ist und sogar schon einmal demonstriert hat (wenn auch nur gegen die hohen Preise). In Folge 21 hat allerdings ihre Nichte Ruth einen Auftritt.
- Hildegard Krekel und Diether Krebs waren, während die Serie lief, auch privat miteinander liiert.
- Lange Zeit war nicht klar, ob Folge 11 wirklich nochmal als Folge 21 in Farbe gedreht wurde, oder ob es sich um eine Wiederholung der Schwarzweiß-Version handelte, die fälschlich als Farbfassung angekündigt wurde. Im Archiv des WDR ließen sich keine Hinweise – geschweige denn ein Sendeband – zu dieser Folge finden. Erst im Juni 2005 wurde die Folge bei Recherchen des Magazins Digital-Movie.de unter Mithilfe von Zuschauerpost.de im Archiv des SWR wiedergefunden, da die Folge als einzige vom SDR und nicht vom WDR produziert wurde.
- Nachdem die Serie vom ersten Programm der ARD übernommen wurde, wurden viele ältere Folgen in Farbe neu gedreht, um sie nochmal einem bundesweiten Publikum zu präsentieren. Dabei wurde der grobe Plot jeweils übernommen, die Dialoge und Witze jedoch überarbeitet.
- Auch die sonstigen in Farbe gedrehten Folgen enthalten meistens inhaltliche Parallelen zu älteren Folgen. So sind beispielsweise in den Folgen Frühjahrsputz und Der Fernseher längere Textpassagen, in denen Alfred Michael den Berliner Mauerbau erklärt, inhaltlich identisch. Auch gibt es zwischen Der Ofen ist aus und Das Hähnchen große Parallelen. Ein weiteres Beispiel ist die Szene mit Elses Kleid in Sylvesterpunsch und Silberne Hochzeit.
- Tagesaktuelle Ereignisse konnten kurzfristig in die Drehbücher aufgenommen werden, da die einzelnen Episoden erst am Tag ihrer Ausstrahlung vor Publikum aufgezeichnet wurden.
- Die Farbfassung von Besuch aus der Ostzone enthält aus heutiger Sicht eine besondere Ironie, da sie während der Fußball-WM 1974 gedreht und ausgestrahlt wurde, und die DDR-Auswahl, über die sich Alfred im Gespräch mit Michaels Vater lustig macht, einige Tage später in ihrem einzigen Spiel gegen die DFB-Auswahl mit 1:0 gewann.
- In Nebenrollen sind die späteren Lindenstraße-Stars Marie-Luise Marjan (in der Folge Urlaubsvorbereitung von 1974, als Frau Hennig) und Wolfgang Grönebaum (in den Folgen Die Beerdigung und Besuch aus der Ostzone von 1973) zu sehen.
- Der Schauspieler Jochen Stern spielt in der Folge „Die Beerdigung“ die Rolle des Erich Rübensahm und in den Folgen „Der Staatsfeind“, „Rosenmontagszug“ und „Urlaubsvorbereitung“ die Rolle des Erwin bzw. Peter Koslowski.
- In der Folge „Rosenmontagszug“ sind sowohl Koslowski als auch RübensahmRübensahm von Karl-Heinz Walther gespielt wird). zu sehen (wobei
- Frau Fechner wird in den Folgen „Das Hähnchen“, „Die Beerdigung“ und „Der Sittenstrolch“ von Renate Schubert gespielt und in der Folge „Der Staatsfeind“ von Gisela Keiner.
- Der Kneipenwirt Rudi wird in der Folge „Besuch aus der Ostzone“ von Oskar Werber Engartner gespielt.
- Bei 23 Folgen führte Joachim Preen die Regie. Bei zwei Folgen der 2. Staffel („Telefon“ und „Schlusswort“) führte Jürgen Flimm die Regie.
- Ursprünglich sollte Gerd Fröbe den Alfred Tetzlaff spielen, konnte aber aus Zeitgründen nicht. Harald Juhnke wurde auch gefragt, doch er „konnte und wollte keinen Proleten spielen.“
- Der Theaterschauspieler Hans Mahnke spielt in der Folge „Eine schwere Erkrankung“ den kauzigen, alten Dr. Keller.
"Literatur"
- F.B. Habel: Ekel Alfred. Ein Herz und eine Seele – Das große Buch für Fans. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2007 ISBN 978-3-89602-768-9.
Seite"Ein Herz und eine Seele " In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand:
14. Januar 2011 um 21.49 UTC. URL:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Herz_und_eine_Seele
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
Folgen.
01. Das Hähnchen
02. Der Fernseher
03. Besuch aus der Ostzone
04. Die Beerdigung
05. Die Bombe
06. Hausverkauf
07. Silberne Hochzeit
08. Urlaubsvorbereitungen
09. Erntedankfest
10. Eine schwere Erkrankung
11. Der Sittenstrolch
12. Silvesterpunsch
13. Der Ofen ist aus
14. Rosenmontagszug
15. Frühjahrsputz
16. Selbstbedienung
17. Besuch aus der Ostzone
18. Urlaubsvorbereitungen
19. Tapetenwechsel
20. Der Staatsfeind
21. Der Sittenstrolch
22. Telefon!
23. Massage
24. Modell Tetzlaff
25. Schlusswort
SCHAUSPIELER:
Heinz Schubert
Hildegard Krekel
Elisabeth Wiedemann
Diether Krebs
Helga Feddersen
Klaus Dahlen
Renate Schubert
Jochen Stern
Jürgen Kraft
Barbara Nüsse
Rosemarie Kühn
Wolfgang Grönebaum
Alfons Höckmann
Eva Böttcher
Oskar Werner Engartner
