*****DOWNLOADEN*****
TATORT - CHARLOTTE SÄNGER - FRIEDRICH (FRITZ) DELLWO (KOMPLETT AUF DVD)

DIESE KRIMISERIE HABE ICH KOMPLETT FÜR MEINEN PRIVATEN GEBRAUCH AUF DVD ARCHIVIERT.

"Tatort" ist der Titel einer Fernseh-Kriminalreihe der ARD, des ORF und des Schweizer Fernsehens. Der 1970 gestartete Tatort ist die am längsten laufende und derzeit auch beliebteste Krimireihe im deutschen Sprachraum. Die Erstausstrahlung läuft in der Regel sonntags zur Hauptsendezeit im Ersten, auf ORF 2 und SF 1.


Originaltitel - "Tatort"

Deutscher Titel -
"Tatort"
                    
Produktionsland - Deutschland

Sprache -
Deutsch

Synchronisiert -
Keine Angaben

Produktionsjahr(e) -
Seit (1970 - ????)

Länge -
90 Minuten

Episoden -
739 (+ 13)

Genre -
Krimiserie

Musik -
Keine Angaben

Produktion -
Keine Angaben

Idee -
Keine Angaben

Farbe -
Schwarzweiss & Farbe

Seitenverhältnis -
Keine Angaben

Ton -
Mono / Stereo

Altersfreigabe -
Keine Angaben

Erstausstrahlung / Andere -
Keine Angaben

Erstausstrahlung / Deutschland  -
29. November 1970 auf Deutsches Fernsehen

Drehorte -
Keine Angaben



"Entstehungsgeschichte"

Die Idee zur Reihe stammt von Gunther Witte, der im Auftrag von Günter Rohrbach für den WDR eine neue Krimiserie entwickeln sollte, als Nachfolgerin der Stahlnetz-Krimis der ARD und Antwort auf die Konkurrenz im Unterhaltungsbereich durch die ZDF-Krimiserie Der Kommissar. Die Anregung lieferte eine ältere Rundfunkserie des RIAS mit dem Titel Es geschah in Berlin, die dokumentarisch und spannend echte, mit dem Ort Berlin verknüpfte Kriminalfälle behandelte. Witte wählte den Titel Tatort, der ursprünglich um den Namen des jeweiligen Handlungsortes ergänzt werden sollte. Um die finanzielle Last einer großen Krimiserie zu verteilen, plante er die anderen regionalen ARD-Anstalten zu beteiligen, die jeweils ihre im eigenen Sendegebiet spielenden Folgen produzieren sollten. Wittes Konzept stieß zunächst bei einer der vierteljährlichen Sitzungen der ARD-Fernsehspielchefs auf wenig Interesse, im zweiten Anlauf wurde es noch 1970 bei der nächsten Sitzung genehmigt und sollte so kurzfristig umgesetzt werden, dass keine Zeit mehr blieb, eigene Filme für die Reihe zu produzieren.

Die erste Folge Taxi nach Leipzig wurde am 29. November 1970 im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt, produziert vom NDR, mit Walter Richter als Kommissar Trimmel. Der Film war zum Zeitpunkt der Entscheidung für den Tatort-Start bereits fertiggestellt und wurde erst nachträglich als Auftaktfilm in die Reihe integriert.

Bereits 1969 war der Fernsehfilm Exklusiv!, ebenfalls mit Kommissar Trimmel, ausgestrahlt worden; dieser wurde 1971 (und auch seither) als Tatort, Folge 9, wiederholt und ist der von der Produktion her älteste Tatort. Auch andere Sender zeigten in der Reihe zunächst Filme, die ursprünglich nicht als Tatort geplant waren.



"Konzept"

Seit dem Beginn der Reihe steht der jeweilige Kommissar im Mittelpunkt der Folgen. Die erzählten Geschichten sollen realitätsnah und vorstellbar sein.

Im Gegensatz zu anderen Fernsehkrimireihen sind bei ihren Tatort-Produktionen die einzelnen Rundfunkanstalten der ARD jeweils für ihr Sendegebiet zuständig. Jede Rundfunkanstalt verfügt über mindestens ein Ermittlerteam (Ausnahme: Bis zur Fusion von SFB und ORB zum RBB produzierte der ORB keine Tatorte – s. u.). Dadurch, dass nicht in jeder Folge dieselben Ermittler zu sehen sind, wird für Abwechslung gesorgt. Zum Konzept der Reihe gehört das Lokalkolorit: Die jeweiligen regionalen Besonderheiten der Stadt oder Gegend, in der ermittelt wird, sollen in die Handlung mit eingearbeitet werden. Beliebt waren in Hamburger Tatorten etwa die St. Pauli- Landungsbrücken oder nahezu regelmäßig der Kölner Dom als Hintergrund der Schlussszene im derzeitigen Kölner Tatort.

Anfangs war keine Reihe mit festen Darstellern geplant, sondern lediglich ein für Krimis reservierter Programmplatz am Sonntagabend, den die beteiligten Sender in Eigenregie füllen sollten. Inhaltlich wurden lediglich das Lokalkolorit sowie, als Abgrenzung zur ZDF-Krimiserie Der Kommissar, Schauplätze außerhalb des Studios vorgegeben.

Während in der Anfangszeit die Einzelfolgen unterschiedliche Längen von teilweise bis zu knapp zwei Stunden aufwiesen, hat sich seit Ende der 80er Jahre eine einheitliche Länge von etwa 88 Minuten pro Folge durchgesetzt.



"Gesellschaftspolitische Bedeutung"


Den Folgen kann auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung zugeschrieben werden: Erstmals trat im deutschen Krimi der Konflikt zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten auf. In diesem Kontext kann auch die Figur des 1980 eingeführten Kommissars Schimanski gesehen werden. Mit ihm trat erstmals ein Ermittler auf, der eindeutig und wahrnehmbar der Arbeiterklasse entstammt.

Auch die Thematik der deutschen Teilung wurde wiederholt aufgegriffen, so z. B. in der ersten Folge, Taxi nach Leipzig, sowie in Transit ins Jenseits (1976) und in der Schimanski-Folge Unter Brüdern (1990). In letzter Zeit wird beim Tatort öfter das Konzept des Eindringens in ein relativ selbstständiges Milieu verfolgt. Als Milieus kommen z. B. in Frage: Wirtschafts-, Politik- und Finanzmilieus, Unterschichten-, Migrations- und Außenseiter-Milieus, Jugend- und Vereinsmilieus (z. B. Feuerwehr, Gartenkolonie) oder Gruppierungen des eng umgrenzten organisierten Verbrechens. Durch die Konzentration auf das engere Umfeld gelingen oft nahe Einblicke auch für Zuschauer, die in der Realität kaum Kontakt zu diesen vielgestaltigen Milieus haben. Es gehört sogar zum Konzept der Sendereihe, dass sich die Ermittler oft erst selbst einen Überblick über die am Tatort vorgefundenen neuen Verhältnisse verschaffen müssen. Das „gewöhnliche“ Verbrechen, das quasi jedermann widerfahren kann und dessen kriminalistische Aufklärung kaum Probleme aufwirft, ist dramaturgisch völlig ins Abseits geraten. Es hat eine eigene Krimigattung hervorgebracht: den Faction-Psychokrimi, der die psychische Konstitution des Täters in den Mittelpunkt stellt.

Insbesondere auch die gesellschaftspolitischen Aspekte haben den Tatort zum Gegenstand wissenschaftlicher Betätigung gemacht, vorwiegend in den Bereichen Soziologie, Philosophie und Literaturwissenschaften.





"Folgen"

Seit Beginn der Reihe wurden über 780 Folgen (plus 13 österreichische Eigenproduktionen) ausgestrahlt. In den ersten zwei Jahrzehnten wurden in der Regel nur elf oder zwölf Filme pro Jahr erstellt, danach wurde die jährliche Produktion immer weiter erhöht. 2005 wurden bereits 35 neue Folgen gesendet. Eine Vielzahl von Drehbuchautoren und Regisseuren war für die Reihe tätig, unter ihnen bekannte Personen wie Felix Huby, Wolfgang Petersen und Michael Verhoeven.

Der Inhalt der Folgen sowie die Charaktere der Ermittler haben sich seit Beginn der Reihe deutlich verändert. Dies ist kein Zufall, denn „seit rund 30 Jahren bildet die Krimiserie bundesrepublikanische Realität ab“ (Frankfurter Rundschau).



"Handlungsorte"

Anders als die meisten deutschen Krimiserien finden die Tatort-Folgen, auch bedingt durch die verschiedenen Ermittlerteams der beteiligten Rundfunkanstalten, an verschiedenen Schauplätzen statt, die regelmäßig ihren Schwerpunkt im Gebiet der produzierenden Rundfunkanstalt haben. Dabei überwiegen starke Teams, die an feste Einsatzorte gebunden sind, in der Regel Großstädte, jedoch gibt es auch immer wieder nicht fest ortsgebundene Ermittler, etwa Kommissar Finke in den 1970er Jahren (Schleswig-Holstein) und gegenwärtig Kommissarin Charlotte Lindholm (Niedersachsen) und Major Moritz Eisner (Österreich). Zu den bekanntesten Tatort-Schauplätzen zählen München (u. a. Veigl, Batić/Leitmayr), Hamburg(u. a. Stoever),  Berlin (u. a. Ritter/Stark), Köln (Ballauf/Schenk), Leipzig (u. a. Ehrlicher/Kain), ludwigshafen (Odenthal/Kopper), Münster (Thiel/Boerne) und die Ruhrgebietsstädte (Essen, Haferkamp) und Duisburg (Schimanski/Thanner). Berlin, Hamburg und München sind seit Beginn der Serie praktisch durchgehend als Handlungsorte etabliert. Kleinere und nur einmalig in Erscheinung tretende Handlungsorte (etwa bei den „Wanderarbeitern“ Finke, Lutz oder Lindholm, auch bei Einzelfolgen mit nicht wiederkehrenden Kommissaren in den 1980er Jahren) werden häufig nicht konkret benannt oder mit fiktiven Namen belegt. Die Szenen spielen zumeist in Innenräumen die tendentiell dunkle Farbtöne zeigen.



"Wichtige Tatort-Produktionen"


  • 1970 – "Taxi nach Leipzig" war der erste Tatort. Er wurde am Sonntag, dem 29. November 1970 ausgestrahlt. Buch: Friedhelm Werremeier und Peter Schulze-Rohr, Regie: Peter Schulze-Rohr – mit Walter Richter als Kommissar Paul Trimmel, Renate Schroeter und Hans Peter Hallwachs sowie in einer Nebenrolle als Grenzpolizist Günter Lamprecht. Politisch bemerkenswert war der Krimi, da er in der Zeit von Willy Brandts Ostpolitik größtenteils in der DDR spielte.
  • 1973 – "Tote Taube in der Beethovenstraße" (7. Januar 1973) – Buch und Regie: Samuel Fuller, Musik: Can– mit Sieghardt Rupp als Zollfahnder Kressin. Sorgte damals für Aufsehen durch die sehr eigenwillige Regie und die progressive Musik. Lief in den USA im Kino.
  • 1973 – "Tote brauchen keine Wohnung" (11. November 1973) – Buch: Michael Molsner, Regie Wolfgang Staudte – mit Gustl Bayrhammer als Kommissar Veigl; Thema: Sanierungsmaßnahmen in Münchner Wohngebieten.
  • 1974 – "Nachtfrost" (20. Januar 1974) – Buch: Herbert Lichtenfeld, Regie: Wolfgang Petersen – mit Klaus Schwarzkopf als Kommissar Finke. Erzielte mit 76 Prozent die höchste bekannte Haushaltsreichweite.
  • 1977 – "Reifezeugnis" (27. März 1977) – Buch: Herbert Lichtenfeld, Regie: Wolfgang Petersen – mit Nastassja Kinski, Klaus Schwarzkopf, Judy Winter und Christian Quadflieg. Nacktszenen, eine skandalöse Handlung (sexuelle Beziehung eines Lehrers mit einer Schülerin) und der erste Auftritt von Nastassja Kinski, der Tochter Klaus Kinskis.
  • 1981 – "Duisburg-Ruhrort" (28. Juni 1981) – Buch: Thomas Wittenburg und Horst Vocks, Regie: Hajo Gies – mit Götz George und Eberhard Feik. Die erste Szene (Kommissar Schimanski wacht mit dreckiger Unterhose und völlig verkatert zwischen leeren Bierflaschen auf, isst zwei rohe Eier und geht dann ungewaschen zum Dienst) sorgte für Debatten über das Polizistenbild im Fernsehen. (Pressestimmen zum ersten George-Feik-Tatort unter Horst Schimanski).
  • 1984 – "Haie vor Helgoland" (23. April 1984) – Buch: Peter Hemmer, Regie: Hartmut Griesmayr – mit Manfred Krug, Edgar Bessen, Ferdinand Dux, Bernd Tauber, Ilse Biberti, Dietrich Mattausch. Debüt von Manfred Krug als Kommissar Stoever. Der Film diente später als Vorlage für eine reale Umsetzung des Raubes.
  • 1985 – "Zahn um Zahn" (27. Dezember 1987 TV) – Buch: Horst Vocks, Thomas Wittenburg, Hartmut Grund und Hajo Gies, Regie: Hajo Gies – mit Götz George, Eberhard Feik, Charles Brauer und Rufus. Erster Tatort, der in Deutschland im Kino lief.
  • 1988 – "Moltke" (28. Dezember 1988) – Buch: Jan Hinter, Thomas Wesskamp und Axel Götz, Regie: Hajo Gies – mit Götz George und Eberhard Feik. Adolf-Grimme-Preis in Gold
  • 1990 – "Unter Brüdern" (Folge 235; 28. Oktober 1990) – Buch: Helmut Krätzig und Veith von Fürstenberg, Regie: Helmut Krätzig – mit Götz George, Eberhard Feik, Peter Borgelt und Andreas Schmidt-Schaller. Koproduktion der beiden West-Ost Serien Tatort und Polizeiruf 110.
  • 1992 – "Kinderspiel" (16. August 1992) – Buch: Peter Zingler, Regie: Oliver Hirschbiegel – mit Michael Janisch, Michael Bukowsky, Sylvia Haider, Gerhard Dorfer, Steve Barton, Jed Curtis. Erhielt im Jahr 1993 den Adolf-Grimme-Preis.
  • 1995 – "Frau Bu lacht" (26. November 1995 – Buch: Günter Schütter) wurde zum 25-jährigen Jubiläum des Tatorts von Regisseur Dominik Graf gedreht. Die Kommissare Batic und Leitmayr ermitteln im Milieu von Heiratshandel und Kindesmissbrauch von thailändischen Frauen. Die Folge wurde für mehrere Preise vorgeschlagen.
  • 1998 – "Manila" (19. April 1998) – Buch und Regie: Niki Stein – mit  Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Anna Loos und Mathieu Carrière. Bedrückendes Kammerspiel um Kindesmissbrauch und Sextourismus mit offenem Ende. Im Anschluss der Erstausstrahlung fand im Rahmen der Talksendung Sabine Christiansen eine Diskussion mit Experten sowie den Hauptdarstellern der Folge statt. Aufgrund der bedrückenden Fakten der tatsächlichen Kinderprostitution, die das Drehteam in Manila erlebte, gründen Behrendt und Bär daraufhin eine Stiftung zur Hilfe der Straßenkinder.
  • 2000 – "Quartett in Leipzig" (Folge 458; 26. November 2000) – Buch: Hans-Werner Honert, Fred Breinersdorfer und Wolfgang Panzer, Regie: Kaspar Heidelbach – mit Peter Sodann, Bernd Michael Lade, Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär und Vadim Glowna. Co-Produktion von WDR und MDR. Eine zweite Co-Produktion der beiden Sender war 2002 die Folge Rückspiel.
  • 2001 – "Im freien Fall" (Folge 484; 4. November 2001) – Buch: Alexander Adolph, Regie: Jobst Oetzmann – mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl. Erhielt 2002 den Adolf-Grimme-Preis.
  • 2004 – "Abschaum" (Folge 562; 4. April 2004) - Buch und Regie: Thorsten Näter - mit Sabine Postel und Oliver Mommsen. In diesem Film gibt es 14 und damit die meisten Todesopfer in einem Tatort. Die Gewaltdarstellung wie auch die Zahl der Opfer sorgte für zahlreiche Diskussionen in Medien und Politik.
  • 2004 – "Herzversagen" (Folge 575; 17. Oktober 2004) – Buch: Stephan Falk und Thomas Freundner, Regie: Thomas Freudner – mit Andrea Sawatzki, Jörg Schüttauf und Jan Henrik Stahlberg Erhielt 2005 den Adolf-Grimme-Preis.
  • 2006 – "Außer Gefecht" (Folge 630; 7. Mai 2006) – Buch: Christian Jeltsch, Regie: Friedemann Fromm – mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl. Erste Folge in Echtzeit: Die Handlung spielt an einem Wochenende zwischen 20:15 Uhr und 21:45 Uhr.
  • 2007 – "Wem Ehre gebührt" (Folge 684; 23. Dezember 2007) – Buch und Regie: Angelina Maccarone – mit Maria Furtwängler. In der Folge geht es um sexuellen Missbrauch in einer türkisch-alevitischen Familie. Nach der Ausstrahlung kam es zu Protestaktionen der Aleviten in Deutschland.
  • 2008 – "Auf der Sonnenseite" (Folge 709; 26. Oktober 2008) – Buch: Thorsten Wettcke und Christoph Silber, Regie: Richard Huber – stark beachteter erster Auftritt von Mehmet Kurtulus als Tatort-Kommissar, einschneidende konzeptionelle Änderungen gegenüber bisherigen Produktionen der Reihe.
  • 2009 – "Baum der Erlösung" (Folge 717; 4. Januar 2009) – Buch: Felix Mitterer, Regie: Harald Sicheritz – fußend auf authentischem Geschehen, als Aufruf zur Versöhnung zwischen Tirolern und türkischstämmigen Migranten im Minarettstreit von Telfs.
  • 2010 – "Weil sie Böse sind" (Folge 751, 3. Januar 2010) – Buch: Michael Proehl, Regie: Florian Schwarz – Ein Sohn aus reichem Haus instrumentalisiert einen notleidenden alleinerziehenden Vater, um sich seiner unliebsamen Familie zu entledigen; die Polizeiarbeit (Dellwo/Sänger) bleibt im Hintergrund. Deutscher Fernsehpreis 2010 als bester Fernsehfilm, nominiert für den Adolf-Grimme-Preis, Darsteller-Preise an Milan Peschel und Matthias Schweighöfer.







"Ermittler"

Eine Besonderheit der Serie ist die Zahl der Ermittler. Im Gegensatz zu anderen Fernsehserien gibt es beim Tatort eine Vielzahl von Hauptdarstellern, die von Folge zu Folge wechseln, in der Regel jedoch in sich wiederkehrende Figuren darstellen. Dieser Gegensatz ergibt sich daraus, dass der Tatort eben keine Serie, sondern eine Reihe ist, innerhalb der mehrere Serien zusammengefasst werden (wenn man denn die Folgen der wiederkehrenden Ermittler jeweils als Serie sieht). Derzeit gibt es fünfzehn Ermittler bzw. Ermittlerteams; insgesamt sind bereits 70 verschiedene Ermittler(-teams) in Erscheinung getreten. Diese Besonderheit liegt an der Konzeption der Serie (s.o.) als Gemeinschaftsproduktion der neun ARD Rundfunkanstalten sowie des ORF.

Seit Januar 2011 hat das Schweizer Fernsehen (SF) die Reihe wieder in sein Sonntagabendprogramm aufgenommen und produziert jährlich zwei Folgen. Stefan gubser hatte bereits zweimal eine Gastrolle als Kommissar Reto Flückiger in den vom Schweizer Fernsehen koproduzierten SWR-Tatorten Seenot (2008) und Der Polizistinnenmörder (2010), bevor er im Januar 2010 als neuer eigenständiger Tatort-Ermittler bestätigt wurde. Bereits von 1990 bis 2001 war das Schweizer Fernsehen am Tatort beteiligt und steuerte in dieser Zeit zwölf Folgen bei.

In den frühen Folgen stehen die zu lösenden Fälle mit den damit verbundenen Personen von Verdächtigen, Zeugen und Tätern im Vordergrund der Handlung. Die Kommissare spielen darin überwiegend nur als Polizisten eine Rolle. Ihre Darstellung als Privatpersonen unterbleibt dabei weitestgehend, von vielen frühen Tatort-Kommissaren sind nicht einmal die Vornamen bekannt.

Private Einblicke blieben eher selten, so war Kommissar Veigl schon mal in einer Volkstheateraufführung zu sehen oder beim Besuch eines Fußball-WM-Spiels (1974). Etwas mehr Privatleben erhielten einzig die frühen WDR-Ermittler Zollfahnder Kressin (vor allem wechselnde Freundinnen) sowie Kommissar Haferkamp, dessen geschiedene Frau (dargestellt von Karin Eickelbaum) regelmäßig in Erscheinung trat und auch schon mal in Ermittlungen mit eingespannt wurde. Im Lauf der Jahre wird immer mehr auch die persönliche Geschichte der Ermittler oder deren Eigenarten erzählt, dies wurde vor allem zu Beginn der 1980er Jahre durch den Auftritt von Kommissar Schimanski eingeläutet.





"Kommissarinnen"

Zu Beginn der Reihe waren alle Ermittler männlich. Als erster Sender brachte der Südwestfunk 1978 mit Nicole Heesters eine Frau als Mainzer Kommissarin Buchmüller. Mit ihr wurden zwar nur drei Folgen produziert, doch fortan gab es stets weibliche Verstärkung für die männlichen Kollegen. Der Tatort nahm damit eine Vorreiterstellung in der deutschen Krimilandschaft ein. Mittlerweile ermitteln Kommissarinnen in Ludwigshafen (Lena Odenthal), Bremen (Inga Lürsen), Hannover (Charlotte Lindholm), Konstenz (Klara Blum) und Leipzig (Eva Saalfeld).




"Entwicklung der Ermittlerteams"

In der Anfangszeit waren Kommissare und Ermittler üblich, die als Einzelkämpfer auftraten, keine festen Kollegen in wiederkehrenden Rollen hatten oder zumindest von der Gewichtung in der Handlung sehr stark über ihren Mitarbeitern standen. Ein Einzelkämpfer war beispielsweise Zollfahnder Kressin (Sieghardt Rupp), Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf) hatte zwar über mehrere Folgen identische Assistenten, die jedoch nicht allzu stark ins Gewicht fielen. Der erste Ermittler Kommissar Trimmel (Walter Richter) hatte zwar einen festen Mitarbeiterstamm, doch auch hier lag das Gewicht noch recht stark auf dem „Chef“.

Im Laufe der Zeit kam es zu einer sukzessiven Verlagerung hin zu mehr Teamarbeit, wobei die Rollen der Mitarbeiter nach und nach stärker wurden. Größere Eigenständigkeit entwickelte etwa schon der feste Mitarbeiter Willi Kreutzer (Willy Semmelrogge) von Kommissar Haferkamp (Hansjörg Felmy), der während eines „Urlaubes“ seines Chefs auch schon mal einen Fall alleine lösen durfte. Auch die Mitarbeiter Lenz (Helmut Fischer) und Brettschneider (Willy Harlander) von Kommissar Veigl sowie Assistent Wirz (Kurt Jaggberg) von Inspektor Marek wurden im Laufe der Zeit etwas selbstständiger. Der Übergang zum Ermittlerteam wird am deutlichsten erkennbar in der Figur des Kommissar Thanner (Eberhard Feik), der sich an der Seite von Kommissar Schimanski (Götz George) sehr schnell zum gleichwertigen, wenn auch anders agierenden, Partner entwickelt. Der ursprünglich noch recht eigenständig agierende Kommissar Stoever (Manfred Krug) erhielt nach wenigen Folgen einen nahezu gleichwertigen, wenn auch anfänglich noch rangniedrigeren Partner in der Figur des Brockmöller (Charles Brauer). Seit den 90er Jahren sind Ermittlerteams weit in der Überzahl, doch gibt es auch immer noch Solisten mit wechselnden Begleitfiguren, etwa Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler).

Zumeist werden bei Auslaufen eines Ermittlers oder Ermittlerteams alle Protagonisten neu besetzt, jedoch kam es auch immer wieder vor, dass nach dem Weggang der bisherigen Hauptfigur einer der Mitarbeiter in die Rolle des Chefs nachrückte, etwa Kommissar Lenz (Helmut Fischer) an die Stelle von Kommissar Veigl (Gustl Bayrhammer), der es dort noch auf sieben eigene Folgen brachte. Eine starke Kontinuität hatten in dieser Hinsicht lange die Tatort-Folgen aus Österreich, hier folgte der ehemalige Assistent Wirz (Kurt Jaggberg) dem pensionierten Vorgänger Marek (Fritz Eckhardt) und wurde später seinerseits vom bereits eingeführten Fichtl (Michael Janisch) abgelöst. Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) begann seine Karriere als Assistent von Kommissar Flemming (Martin Lüttge) in Düsseldorf. Jüngst gelang dem bisherigen Mitarbeiter Deininger (Gregor Weber) von Kommissar Palu (Jochen Senf) der Sprung in das nachfolgende Ermittlerteam.

Neben dieser Kontinuität gab es vor allem in den 1970er und bis Mitte der 1980er Jahre, zuletzt bisher aber noch 1996 auch immer wieder Einzelauftritte von Ermittlern, die zuvor unbekannt waren und auch später nicht mehr in Erscheinung traten (sog. „Eintagsfliegen“).

Vereinzelte Ausnahmen in den Reihen der Tatort-Ermittler finden sich in Form von Protagonisten, die nicht der Kriminalpolizei angehören. Dies waren bisher beispielsweise Zollfahnder Kressin in den Anfangsjahren, MAD-Oberstleutnant Delius (Horst Bollmann) sowie Streifenpolizist Rolfs (Klaus Löwitsch) in den 1980er Jahren oder zuletzt Psychologin Jung im Kieler und Rechtsmediziner Professor Boerne (Jan Josef Liefers) im Münsteraner Tatort.



"Besonderheiten"

Sonderfälle bildeten 1997 Kommissarin Sommer (Hannelore Elsner), die aus einer zuvor eigenständigen Krimiserie für zwei Folgen in die Tatort-Reihe integriert wurde, sowie die oben bereits erwähnte Folge Unter Brüdern, die eine Kooperation mit der Krimiserie Polizeiruf 110 darstellt und beide Ermittlerteams kooperieren lässt.

Ausnahmefolgen waren ebenfalls die Filme Zahn um Zahn und Zabou mit dem Duo Schimanski/Thanner, die – bisher nur die beiden Male – unter dem Tatort-Titel in den Jahren 1985 und 1987 zunächst als Kinofilme liefen. Einige Jahre nach dem Ende des Teams Schimanski/Thanner wurde 1997 die Figur des Horst Schimanski in einer gleichnamigen Serie reaktiviert, die nicht mehr innerhalb der Tatort-Reihe läuft. Dort wird die Biografie der Figur Schimanski jedoch fortgeschrieben, auch wenn dieser kein Kommissar mehr ist, sondern nur fallweise als halboffizieller Ermittler eingesetzt wird. In kleinerem Umfang tritt dort auch der aus den Schimanski-Tatorten bekannte Polizist Hänschen wieder auf. Im kleineren Rahmen erlebte auch die Figur Thanner ein kurzfristiges Weiterbestehen, da sie nach Ende des betreffenden Tatort-Teams noch für eine Folge zu den „Kollegen“ der erwähnten Crossover-Folge von Polizeiruf 110 wechselte.

Der Stuttgarter Kommissar Ernst Bienzle, der auf einer Romanfigur von Felix Huby beruht, trat über seine Tatort-Aktivitäten hinaus auch als Theaterfigur auf. Und auch Günter Lamprecht lässt in den Theaterstücken Herrengold und Vaterliebe seine Figur Markowitz weiterleben. Die beiden Theaterstücke wurden auch als „TATORT-Kammerspiel“ bezeichnet.

Üblicherweise sind die Ermittlerteams einem festen Kommissariat zugeordnet und agieren so weitgehend in „ihrem Revier“. Eine Ausnahme bildete Kommissar Lutz (Werner Schumacher), dessen permanente Strafversetzungen zum Konzept gehörten. Damit war die Figur des Eugen Lutz dem Publikum besser unter dem Spitznamen „Wanderpokal“ bekannt.

Joe Bausch, der im Kölner Tatort als Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth auftritt, ist im wirklichen Leben als Gefängnisarzt in Werl und Hamm tätig.

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) fährt in der Serie einen Dienstwagen, dessen Kennzeichen die Initialen des Namens der Darstellerin und des Namens der Figur sowie den Geburtstag der Darstellerin enthält. LU-FO 1405, also Lena/Ulrike – Folkerts/Odenthal 14. Mai.

Der deutsche Fernsehfilm Bis nichts mehr bleibt, der sich mit Scientology befasst, und in dem die Tatort-Schauspieler Robert Atzorn, Sabine Postel und Felix Klare mitspielen, wurde getarnt als Tatort („Der Tote im Sund“) gedreht.



"Gastauftritte von Tatort-Kollegen"

In den frühen Folgen gehörten Gastauftritte der Kommissare zum Konzept. In fast jeder Folge spielte in einer Nebenrolle ein Tatort-Kommissar aus einer anderen Stadt mit. So sollten die verschiedenen Kommissare vernetzt werden. Darüber hinaus ermitteln in Kressin und der tote Mann im Fleet (3. Tatort) Kressin und Trimmel gemeinsam in Hamburg. Eine besondere Form des Gastauftritts hatte Zollfahnder Kressin in der Tatort-Folge Jagdrevier: Hier verfolgt Kommissar Finke abends in der Fernsehstube eines Gasthofs die Folge Kressin und die Frau des Malers auf dem Bildschirm.

Mittlerweile sind Gastauftritte selten geworden, einen der letzten bekannteren hatte der Saarbrücker Kommissar Palu (Jochen Senf) in der letzten Tatort-Folge mit Götz George, Der Fall Schimanski von 1991. 10 Jahre später tauchte Bienzle in Du hast keine Chance auf und half seinem Kollegen Palu. Die Idee wurde in den Jahren 2000 und 2002 mit den Folgen Quartett in Leipzig und Rückspiel wieder aufgenommen. Hier ermitteln die Kölner Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) gemeinsam mit ihren Leipziger Kollegen Ehrlicher (Peter Sodann) und Kain (Bernd Michael Lade).

Im Bayrischen Tatort Kleine Diebe aus dem Jahr 2000 hatte die Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) einen Kurzauftritt bei ihren Münchener Kollegen Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl), indem sie einem Fußballspiel im Olympiastadion beiwohnte, dort einen Jungen des versuchten Taschendiebstahls überführen und so ihren Kollegen einen entscheidenden Hinweis geben konnte.

Im Münsteraner Tatort Der Doppelte Lott (2005) haben die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk ebenfalls einen kurzen Gastauftritt, als Prof. Boerne nach Spuren an einer Leiche sucht, die in der Kölner Gerichtsmedizin, geleitet von Boernes Studienkollege Dr. Roth, liegt.

Im Kölner Tatort Kaltes Herz (2010) hat der Bremer Kriminalassistent Karlsen (Winfried Hammelmann) einen Gastauftritt. Auf dem Flur des Kommissariats begegnet er Kommissar Schenk. Auf die Frage „Karlsen, was machst du denn hier?“ antwortet dieser: „Fortbildung“.



"Gastauftritte von Prominenten"


  • Folge 10: NDR (1971) Trimmel – Der Journalist, Publizist, Diplomat und Politiker Günter Gaus spielt in AE612 "ohne Landeerlaubnis" einen Fluglotsen.
  • Folge 11: NDR (1971) Trimmel – Staranwalt Rolf Bossi als Strafverteidiger in Der Richter in Weiß.
  • Folge 20: WDR (1972) Kressin – Ernst Dieter Lueg und Friedrich Nowottny in "Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer" als Fernsehjournalisten.
  • Folge 45: NDR (1974) Brammer – Udo Lindenberg mit Gesangs- und Textrolle in "Kneipenbekanntschaft".
  • Folge 62: HR (1976) Konrad – Komponist Franz Grothe am Klavier und kleiner Sprechrolle in "Zwei Flugkarten nach Rio".
  • Folge 198: NDR (1987) Stoever – In "Voll auf Hass" spielen Die Toten Hosen eine Punkband.
  • Folge 201: SR (1988) Palu – In "Salü Palu" spielte die Sängerin Sandra mit. Sie verkörperte sich selbst und sang Ihren damals neuen Titel "Stop for a minute" als Premiere im Deutschen Fernsehen.
  • Folge 214: WDR (1988) Schimanski – Dieter Bohlen, der einige Musikstücke der Schimanski-Folgen produzierte, tritt in "Moltke" als eifersüchtiger Freund einer Zeugin auf.
  • Folge 217: WDR (1989) Schimanski – Musiker Rio Reiser war in "Der Pott" zu sehen. Er schrieb auch die Musik für die Folge.
  • Folge 260: NDR (1992) Stoever – Dieter Thomas Heck trat in "Stoevers Fall" als Kommissar Lindemann auf.
  • Folge 300: BR (1994) Batic – In "und die Musi spielt dazu" treten Die Toten Hosen als Volksmusikgruppe auf und die Biermösl Blosn haben einen Auftritt.
  • Folge 307: BR (1995) Batic – In "Im Herzen Eiszeit" waren Rio Reiser und Rudolph Moshammer, der in einer Nebenrolle sich selbst spielte, dabei.
  • Folge 350: SWF (1997) Odenthal – In "Tod im All" spielen Anke Engelke und Ingolf Lück in kleinen Nebenrollen Mitarbeiter eines Radiosenders.
  • Folge 386: NDR (1998) Stoever – Gerhard Delling hat in "Arme Püppi" einen kurzen Auftritt als Journalist.
  • Folge 394: SDR (1998) Bienzle – In "Bienzle und der Champion" tauchte Ex-Box-Weltmeister Dariusz Michalczewski in einer Gastrolle auf.
  • Folge 403: NDR (1999) Stoever – Der frühere Bundestrainer Berti Vogts hatte in der Folge "Habgier" eine kleine Rolle als Nachbar.
  • Folge 433: NDR (2000) Stoever – In der Folge "Blaues Blut" spielte Rudolph Moshammer einen Händler, der Adelstitel verkauft.
  • Folge 457: BR (2000) Batic – In "Einmal täglich" spielte Karl Moik in einer kleinen Rolle als Gerichtsmediziner mit.
  • Folge 467: HR (2001) Brinkmann – In "Unschuldig" spielt die Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Petra Roth, in einer kurzen Szene im Rathaus Römer sich selbst.
  • Folge 469: SWR (2001) Bienzle – In "Bienzle und der heimliche Zeuge" tritt kurz die damalige Bundesministerin der Justiz Herta Däubler-Gmelin (SPD) auf.
  • Folge 506: RB (2002) Lürsen – In "Schatten" spielt Roger Moore sich selbst. Als Stargast gibt er den Startschuss zum Bremer Sechs-Tage-Rennen.
  • Folge 510: BR (2002) Batic – In "Totentanz" spielt Bela B. von der Punkband Die Ärzte einen DJ.
  • Folge 525: SWR (2003) Bienzle – In der Folge "Bienzle und der Tod im Teig" hatte der FDP-Politiker Ulrich Goll eine Gastrolle.
  • Folge 537: RBB (2003) Ritter – In der Folge "Rosenholz", in der es um die gleichnamige Datei der Stasi handelte, hatte Marianne Birthler einen Gastauftritt, in dem sie sich selbst in ihrer Funktion als Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR spielt.
  • Folge 554: RBB (2004) Ritter – In "Eine ehrliche Haut" spielten Moderatorin Sabine Christiansen und die Politiker Rezzo Schlauch (Bündnis 90/Die Grünen) und Laurenz Meyer (CDU) sich selbst.
  • Folge 643 und Folge 656: SR (2006/2007) Kappl – In den beiden Folgen "Aus der Traum" und "Der Tote vom Straßenrand" hat die Fernsehköchin Lea Linster einen kurzen Gastauftritt als Lindenwirtin.
  • Folge 653: RB (2007) Lürsen – In "Schwelbrand" spielte Jeanette Biedermann eine Neonazi-Aussteigerin und Pop-Sängerin. In weiteren Rollen waren unter anderem die Musiker und Gruppen MIA, Stefan Gwildis, Mattafix, Revolverheld, Mike Leon Grosch, und Simon Webbe zu sehen.
  • Folge 710: WDR (2008) Thiel – In "Wolfsstunde" ist kurz Jörg Pilawa als Reporter zu sehen.
  • Folge 741: NDR (2009) Borowski – In "Borowski" und die "Sterne" spielte Hugo Egon Balder einen Rockstar und Helen Schneider seine Ex-Geliebte.
  • Folge 742: WDR (2009) Ballauf – In "Platt gemacht" tritt die Kölner Band De Höhner auf.
  • Folge 777: NDR (2010) Borowski – In "Borowski und eine Frage von reinem Geschmack" spielte Moderator Reinhold Beckmann sich selbst in seiner Talkshow "Beckmann".




"Titellieder"


Vornehmlich in den 1980er und 1990er Jahren wurden einige der Titellieder, die innerhalb und am Ende der Folgen gespielt wurden, durch die Tatort-Ausstrahlungen bekannt oder gar kommerziell erfolgreich. Die bis dato erfolgreichsten Lieder sind "Midnight Lady", geschrieben von Dieter Bohlen und gesungen von Chris Norman, aus der Tatort-Folge "Der Tausch" (1986) und "Faust auf Faust" ("Schimanski") von der Klaus Lage Band, geschrieben von Klaus Lage und Norbert Heirell, im ersten Tatort-Kinofilm "Zahn um Zahn" im Sommer 1985.


"Sprache" 

In den neuen Folgen wird fast ausschließlich Standarddeutsch gesprochen, Ausnahmen bilden einige Folgen des ORF, des SR und des SWR. In der Anfangszeit des Tatorts zählte zum Lokalkolorit auch der in der jeweiligen Gegend des Geschehens gesprochene Dialekt. Der NDR sendete 1982 die Folge Watt Recht is, mutt Recht bliewen, in der eine niederdeutsche Sprachvarietät gesprochen und für hochdeutsche Zuhörer mit hochdeutschen Untertiteln übersetzt wurde. Ein solches Experiment wurde bisher nicht wiederholt.

Die Fernsehserie des ORF Trautmann sollte ursprünglich innerhalb der Tatort-Reihe laufen, wurde aber von der ARD kurz vor der ersten Ausstrahlung wegen des angeblich schwer verständlichen Wiener Dialekts abgesetzt.



"Vorspann"


Der Darsteller im Vorspann (durch einen Schlitz blickende Augen und eine flüchtende Person) ist Horst Lettenmayer. Er bekam für den Dreh damals einmalig 400 DM. Als späte Anerkennung ist (in einer einzigen Folge) auch der Rest von ihm zu sehen: 1989 spielte er in dem "Schimanski"-Tatort "Der Pott" einen Gewerkschaftsboss, der als Leiche endet.

Die Grafikdesignerin des Vorspanns war Kristina Böttrich-Merdjanowa, die hierfür einmalig 2500 DM erhielt. Ende 2009 reichte sie eine Stufenklage auf Auskunft für eine höhere Entlohnung sowie Namensnennung ein, das Gerichtsverfahren vor dem Landgericht München I ist derzeit rechtshängig. Mit Teilurteil vom 24. März 2010 entschied das Landgericht München I in weiten Teilen zu Gunsten der Klägerin, das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die Titelmusik wurde 1970 von Klaus Doldinger komponiert und im Lauf der Zeit nur zweimal, in den Jahren 1978 und 2004, behutsam modifiziert. Das Schlagzeug in der Erstfassung spielte Udo Lindenberg.





"Wiederholungen"

Die meisten der jeweils aktuellen Folgen sind seit Anfang 2010 sieben Tage nach der Erstausstrahlung in der ARD-Mediathek abrufbar. Dies war davor nur bei wenigen Folgen möglich. Der Abruf ist international verfügbar, kann aus Jugendschutzgründen jedoch auf den Zeitraum zwischen 20 und 6 Uhr deutscher Zeit beschränkt sein.
Wiederholungen von Tatort-Folgen im deutschen Fernsehen laufen in den letzten Jahren häufig in den Dritten Programmen. Bereits gesendete Folgen werden auch im Ersten wiederholt, derzeit in der Regel freitags um 21:45 Uhr. Teilweise, beispielsweise während der Zeit der Sommerferien, laufen auch zum Hauptsendetermin Sonntag abends bereits früher ausgestrahlte Folgen. Es werden überwiegend Folgen neueren Datums wiederholt; selten Folgen, die deutlich über 10 Jahre alt sind. Solche Folgen sind nur selten zu sehen und laufen in unregelmäßiger Folge als Filmnächte (zumeist drei oder mehr Folgen hintereinander) samstags im NDR-Fernsehen. Gelegentlich werden ältere Folgen aber auch zu besonderen Anlässen wiederholt, so wiederholt der WDR regelmäßig alte Haferkamp-Folgen aus Anlass des Status Essens als Europas Kulturhauptstadt 2010.



"Nicht wiederholte Folgen"


Es gibt sechs Tatort-Folgen, die seit ihrer Erstausstrahlung nicht wiederholt werden dürfen oder sollen. Bei diesen so genannten Giftschrank-Folgen handelt es sich senderintern um Folgen mit Sperrvermerk. Dies sind im einzelnen:

  • "Der Fall Geisterbahn" (HR, 12. Februar 1972) – Lizenzrechte unklar, da die Produktionsfirma Horst Film Berlin nach der Erstausstrahlung Konkurs angemeldet hat
  • "Der gelbe Unterrock" (SWF, 10. Februar 1980) – Mängel in der künstlerischen Qualität
  • "Mit nackten Füßen" (HR, 9. März 1980) – missverständliche Ausdrucksweise über Epileptiker in der Filmhandlung
  • "Tod im Jaguar" (SFB, 9. Juni 1996) – Verbreitung einer missverständlichen Pressemitteilung über diesen Tatort im Vorwege mit „antijüdischen Passagen“ und die Darstellung von jüdischen Geschäftemachern
  • "Krokodilwächter" (SFB, 10. November 1996) – Verstoß gegen den Jugendschutz. Brutale, sexistische und menschenverachtende Darstellung im Film
  • "Wem Ehre gebührt" (NDR, 23. Dezember 2007) – angebliche Vorurteile gegen die alevitische Glaubensgemeinschaft und Verletzung von religiösen Gefühlen

Die Tatort-Folgen "Tod im U-Bahnschacht" (SFB, 9. November 1975), "Drei Schlingen" (WDR, 28. August 1977), "Blutspur" (WDR, 20. August 1989) und "Tote brauchen keine Wohnung" (BR, 11. November 1973) wurden ebenfalls für mehrere Jahre nicht erneut ausgestrahlt, sind aber nach Intendantenwechseln, Überprüfungen oder Korrekturen im Fernsehen wiederholt worden.

Der SFB-Tatort "Ein Hauch von Hollywood" wurde von der ARD-Programmkommission 1998 als nicht geeignet für die Hauptsendezeit 20:15 Uhr am Sonntag befunden. Er wurde an einem Montag auf einem Wiederholungssendeplatz um 23:00 Uhr als Erstausstrahlung gesendet. Der Grund hierfür waren die kritisierten Qualitätsmängel von Bild und Geschichte. Der Film wurde mit Betacam gedreht, weil der SFB somit Produktionskosten in Höhe von 50.000 DM sparen konnte.



"Schwesterserie Polizeiruf 110"

Das DDR-Pendant zum Tatort war der Polizeiruf 110, der sich heute mit dem Tatort den Sendeplatz teilt. Die erste Crossover-Folge zwischen den beiden Reihen bildete 1990 die Tatort-Folge Unter Brüdern, in der die westdeutschen Kommissare Schimanski und Thanner (dargestellt von Götz George und Eberhard Feik) auf ihre ostdeutschen Kollegen Fuchs und Grawe (dargestellt von Peter Borgelt und Andreas Schmidt-Schaller) treffen. Nachdem Götz George sich als Kommissar Schimanski aus dem Tatort verabschiedet hatte, gab es die Polizeiruf-Folge "Thanners neuer Job" (1991), in der Eberhard Feik im Polizeiruf eingeführt werden sollte. Einen weiteren Berührungspunkt gab es im Jahr 2006: In der Polizeiruf-Folge "Die Mutter von Monte Carlo" (Erstausstrahlung 29. Januar 2006) trifft Polizeiruf-Kommissar Thomas Keller) auf seinen Frankfurter Tatort-Kollegen Fritz Dellwo (dargestellt von Jörg Schüttauf). 



Seite"Tatort" In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.
Bearbeitungsstand:
24. Januar 2011 um 22:07 UTC. URL:

http://de.wikipedia.org/wiki/Tatort_%28Fernsehreihe%29

(Abgerufen, 24. Januar 2011, 22:18 UTC) lizenziert unter CC-by-sa 3.0,
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de






01. 2002. Oskar
02. 2003. Frauenmorde
03. 2003. Das Böse
04. 2004. Janus
05. 2004. Herzversagen
06. 2005. Wo ist Max Gravert
07. 2005. Leerstand
08. 2006. Das letzte Rennen
09. 2006. Der Tag des Jägers
10. 2007. Unter uns
11. 2007. Bevor es dunkel wird
12. 2008. Der frühe Abschied
13. 2008. Waffenschwestern
14. 2008. Der tote Chinese
15. 2009. Neuland
16. 2009. Architektur eines Todes
17. 2010. Weil sie böse sind





Die Seite darf nicht kopiert werden, auch nicht auszugsweise. Bilder und Texte dürfen ebenfalls nicht von kult-serien.tv kopiert werden.

Wenn nicht anders angegeben, stammen sämtliche Rezensionen von der Webseite Amazon. © 1998 - 2012 Amazon.com, Inc. und Tochtergesellschaften