DIESEN ZEICHENTRICK HABE ICH KOMPLETT FÜR MEINEN PRIVATEN GEBRAUCH AUF DVD ARCHIVIERT.
Nikolaus Kuno Freiherr von Knatter liebte schon als Kind die Kriminalromane seiner Mutter (sie las sogar einen während seiner Geburt), und als Erwachsener wurde aus ihm der berühmte Meisterdetektiv Nick Knatterton. Er ist ein gewiefter Ermittler, der mit bloßem Auge Fingerabdrücke identifizieren kann, eine unglaubliche Auffassungsgabe besitzt ("Kombiniere ...") und allerlei technischen Schnickschnack als Verstärkung benutzt, darunter einen Werkzeugkasten in der Schuhsohle und einen Fallschirm im Hosenboden, für alle Fälle. Knatterton ist Pazifist und versucht den Einsatz von Gewalt auf ein Minimum zu reduzieren; meist genügt schon sein gefürchteter Kinnhaken, um einen Gegner außer Gefecht zu setzen, oder, bei mehreren Gegnern, sein berüchtigter "Vierfach-K.-o. aus dem Stand". Knatterton hat ein kantiges Kinn und eine hohe Stirn mit unwesentlich mehr Haaren als Homer Simpson, raucht Pfeife und trägt einen grün karierten Tweedanzug mit Knickerbockern.
Schöne Frauen pflastern seinen Weg. Seine Erzfeindin ist Virginia Peng, die Wirtin der "Alibi-Bar", in der sich die Unterwelt herumtreibt, beispielsweise der Dieb Klaus Klaut und seine Komplizin Stella Stiehl, die durch den kategorischen Imperativ ihres Namens auf die schiefe Bahn geriet. Überhaupt, die Namen: Der Fotoreporter heißt Benno Blitz, das ehemalige Aktmodell Molly Moll hat unter dem Künstlernamen Dolly Dur eine Karriere als Sängerin begonnen, Paul Protz ist ein schwerreicher Kunstsammler, Lori Zontal eine Filmdiva und Benno Brüh natürlich der Erfinder der berühmten Brühwürfel.
Die Figur des Nick Knatterton war der größte Misserfolg in der Karriere des Zeichners Manfred Schmidt, der Comics angeblich hasste und eigentlich eine kurze, vernichtende Parodie auf diese blöde amerikanische Erfindung im Allgemeinen und die "Superman"-Comics im Besondern schaffen wollte. Das gelang ihm nicht. Seine kurzen Knatterton-Comics, die ab 1950 in der Zeitschrift "Quick" und später in Büchern erschienen, gewannen mit ihrem ironischen Spiel mit dem Genre und den von "Quick" gewünschten halbnackten Frauen rasch eine große Fangemeinde und trugen sogar maßgeblich dazu bei, die Form des Comics in Deutschland zu etablieren.
1978, zehn Jahre nach dem Ende der Reihe in der "Quick", kam Knatterton ins Fernsehen - auch hier war es ein Spiel mit den Möglichkeiten des Mediums. Die Handlung wurde immer wieder angehalten, um mit Pfeilen, Linien und weggelassenen Wänden zu erklären, was passiert. Gelegentlich verriet der Off-Sprecher, der das Publikum direkt anredete, dass man sich nun nur noch genau zwei Minuten und zehn Sekunden bis zur Lösung des Falls gedulden müsse. Im Fernsehen passten sich die Karos von Mütze, Jacke und Knickerbockerhosen übrigens den Bewegungen an, in gedruckter Form blieben die streng rechenkästchenartigen Linien in jeder Lage exakt rechtwinklig.
Es entstanden eine fünfminütige Einführungsepisode und 14 Episoden, die zwischen 15 und 25 Minuten lang waren. Diese wurden von der ARD in Häppchen zu zwei bis vier Minuten in der Lücke zwischen zwei anderen Sendungen im regionalen Vorabendprogramm gezeigt, was eine Einzelepisode in bis zu neun Fetzen zerlegte.
01. Kennen Sie Nick Knatterton?
02. Freitags immer
03. Die Geheimnisse der Alibi-Bar
04. Türen, Täter und Tresore
05. Miezen, Macher und Moneten
06. Spesen, Spinner und Spione
07. Bargeld, Betten und Brillanten
08. Die ferngelenkte Superbiene
09. Ballermänner und Computer
10. Sammler, Fälscher und Ganoven
11. Der kriminelle Brühwürfel
12. Ein Kopf fiel in die Themse
13. Greifer, Girls und Grand Hotels
14. Moden, Maler und Modelle
15. Finten, Flirts und Filmemacher
